Thyssenkrupp schickt Werkstoffsparte auf Fußmarsch zur Börse: Vorstand legt 20 Kilometer pro Aktie zurück
Der Abspaltung von TK Accelis folgt eine Pilgerreise der Konzernspitze: Zu Fuß bringt die Führung die neue Gesellschaft von Duisburg bis an die Frankfurter Börse.
Der Konzernvorstand von Thyssenkrupp hat die Abspaltung der Werkstoffsparte TK Accelis am Dienstag mit einem zehntägigen Fußmarsch von Duisburg nach Frankfurt gefeiert. Konzernchef Miguel López führte die Kolonne an, ausgerüstet mit Wanderstöcken, einheitlichen Accelis-Westen und einer Holztafel mit dem Xetra-Kürzel, die seit dem Morgen in Handarbeit gestrichen wurde.
Nach Angaben des Konzerns sollen je 20 Thyssenkrupp-Aktien eine Accelis-Aktie entsprechen. Um dieses Verhältnis auch körperlich zu vollziehen, legt der Vorstand für jede Aktie einen Kilometer zurück, die Aufsichtsräte begleiten die Gruppe in Schichten. Ein Sprecher erklärte: »Wer die Abspaltung verstehen will, muss sie erlaufen.«
Die Strecke führt über sechs Autobahnraststätten, eine stillgelegte Stahlwerkszufahrt und die Bundesstraße 8, auf der die Mitarbeiter der Sparte in Warnwesten folgen. Die Stadt Duisburg hat dafür einen eigenen Rastplatzfahrplan erstellt, Gewerkschaften verlangen eine Verlängerung der Tour um die Mittagspausen.
Analysten der US-Bank Jefferies beobachten den Zug mit Interesse. Ein Gutachter sagte, bei einem Unternehmenswert zwischen 2,6 und 4,8 Milliarden Euro sei der Marsch vermutlich das günstigste Verkaufsargument der Woche. Der Mutterkonzern will die Strecke nach dem Börsenstart fortführen und bis zur Hauptversammlung im Winter zurücklegen.
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