Likud-Partei verlegt Wahlkampf in den Keller eines Berliner Bunkers
Nach der Parlamentswahl in Israel lässt die Likud-Partei ihre Wahlkampfzentrale in einen ehemaligen Bunker umziehen, um die Auszählung bis zur letzten Stimme zu überwachen.
Die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu hat ihre gesamte Wahlkampfzentrale in einen stillgelegten Luftschutzbunker unter dem Tel Aviver Rabin-Platz verlegt, um die Auszählung der Stimmen nach einer Stimmabgabe in Israel lückenlos zu begleiten. Parteisprecher Dan Haimovich erklärte am Mittwoch, man werde »nicht einen einzigen Zettel aus den Augen lassen«.
Für den Umzug mussten 63 Mitarbeiter der Parteizentrale ihre Schreibtische räumen und in Schichten unter der Erde arbeiten. Die Wände des Bunkers wurden mit Wahlplakaten in der Größe von Schulbussen beklebt, damit auch die Mitarbeiter in den hinteren Gängen die Parteilinie im Blick behalten. Der Strom wird über drei Dieselgeneratoren bezogen, die Tag und Nacht laufen.
Auch die Mitte-Partei Jaschar des Ex-Militärchefs Gadi Eisenkot reagierte mit einer Gegenmaßnahme. Ein Sprecher kündigte an, man werde ab nächster Woche jede Auszählungsstation in Tel Aviv persönlich mit Kaffeetassen beliefern, bis das Ergebnis feststeht. Die Knesset-Verwaltung bestätigte, dass sie bereits 40 Stühle für die Beobachter bestellt hat, wobei vier davon für Kontrolleure reserviert sind, die sich selbst kontrollieren sollen.
Die Likud-Partei will den Bunker nach der Wahl nicht wieder verlassen. Haimovich kündigte an, man werde künftig auch Kabinettssitzungen dort abhalten, »weil man dort am besten hört, was draußen gesagt wird«. Wann das Ergebnis endgültig feststeht, ist offen, denn beide Lager rechnen mit einem Patt und damit mit wochenlangen Koalitionsverhandlungen unter Tage.
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