Bundesgesellschaft lässt Endlagersuche zu Fuß wandern: Abgeordnete sollen Kubikmeter für Kubikmeter Granit prüfen
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung verlegt die Suche nach einem Atommüll-Endlager ins Gelände. Fünf Bundesländer sind ausgeschieden, die übrigen werden zu Fuß abgeschritten.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat die Suche nach einem Endlager für den deutschen Atommüll am Montag in Peine zu einer Pilgerreise erklärt. Jedes verbliebene Teilgebiet wird künftig zu Fuß abgeschritten, die Geologen tragen Bohrkerne in Holzkisten vor sich her. Fünf Bundesländer sind bereits ausgeschieden, Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland. Dort hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben keinen einzigen Schritt mehr gesetzt.
Für die Begehung wurde eine Route von 2.300 Kilometern festgelegt, die sich durch die verbliebenen Regionen windet. Die Teams sollen pro Tag höchstens vierzehn Kilometer zurücklegen, um die Gesteinsproben nicht zu erschüttern. Unterkünfte werden in Scheunen eingerichtet, die die Gesellschaft bei Landwirten angemietet hat. Ein Sprecher erklärte, man wolle das Wasser im Untergrund auf dem Weg selbst kosten, bevor man es als unbedenklich einstuft.
Die Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit anschließend auf der Internetseite als interaktive Karte präsentiert werden, die jede Wanderetappe mit einem Foto des Bodens versieht. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hat angekündigt, die Gehstrecke zu begleiten, ausgerüstet mit Helm und Wanderstock. Die Behörde werde erst am Ende 2027 entscheiden, ob die Strecke als geeignet gilt.
Der Bundestag soll im Anschluss über die Standortregionen abstimmen, und zwar, wie es hieß, im Stehen auf dem jeweiligen Gipfel. Ein Abgeordneter der Umweltkommission kündigte bereits an, er werde die Strecke in Trekkingschuhen absolvieren, sofern der Haushaltsausschuss die Reisekosten genehmigt.
4