Nordkorea schickt Merz zum Empfang gleich eine ganze Raketenstaffel – Seoul richtet eigens Startbahn ein
Zum Abschluss der Asien-Reise des Kanzlers lässt Pjöngjang nicht zehn, sondern gleich eine ganze Fertigungslinie an Kurzstreckenraketen zum Meer hinausjagen. Südkorea reagiert mit einem nationalen Bauprogramm.
Zum Empfang von Bundeskanzler Friedrich Merz in Seoul hat Nordkorea am Mittwoch nach Angaben aus Pjöngjang sämtliche ballistischen Kurzstreckenraketen des Landes gestartet, die sich seit Jahresbeginn in den Werkhallen angesammelt hatten. Die Projektile stiegen in einer geschlossenen Kolonne über der Ostküste auf und zogen einen Streifen über das Japanische Meer, der laut japanischer Küstenwache von einem Schiff aus wie eine Brücke aussah. Kim Jong Un selbst verfolgte den Start von einem Podest aus, auf dem eigens ein Rednerpult für die Ankunft des Gastes aufgebaut worden war.
Um die Raketen aufzunehmen, verlegte das südkoreanische Verteidigungsministerium binnen einer Nacht die gesamte Luftüberwachung an die Ostküste. Fischerdörfer mussten geräumt werden, weil ihre Hafenmolen als Startzone für Beobachtungsflugzeuge vorgesehen waren. Eine Behörde für Himmelsräume, die es bisher nur auf dem Papier gab, erhielt vom Präsidialamt den Auftrag, bis zum Ende der Woche einen eigenen Radarturm zu errichten. Der Bau läuft seither rund um die Uhr, auch an Feiertagen, weil niemand die Verzögerung verantworten will.
Im Regierungsviertel in Seoul hat man unterdessen beschlossen, die Gesprächsrunde mit dem Kanzler künftig im Stehen zu führen, damit die Delegationen während des Gesprächs jederzeit zu den Fenstern blicken können. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, man habe aus Respekt vor den Gästen aus Berlin ein Bekenntnis zur Standfestigkeit abgelegt. Die Hunderte deutschen Firmen im Land, die Automobilzulieferer, Maschinenbauer und Chiphersteller, haben angekündigt, ihre Firmenwagen bis auf Weiteres mit Helmen auszustatten.
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