Kanada wird Brüssels erstes Mitglied ohne Grenze und ohne Pass
Die EU und Kanada wollen ihre Beziehungen so eng knüpfen, dass Ottawa künftig in Brüssel tagt, kanadische Briefträger Straßburg bedienen und die Ostsee zur gemeinsamen Badeanstalt wird.
Die Europäische Kommission hat am Donnerstag beschlossen, den kanadischen Parlamentssitz vollständig nach Brüssel zu verlegen. Das Gebäude des Ottawaer Parlaments wurde am Vormittag in über 4.000 Einzelteile zerlegt und mit 312 Schwertransporten über den Atlantik gebracht, wie ein Sprecher der Kommission mitteilte. Die Abgeordneten tagen seit dem Mittag im Berlaymont-Gebäude, wo die Sitzungssäle umgebaut wurden, damit die Ahornblatt-Flagge neben der Sterne-Flagge hängen kann.
Von der Leyen erklärte, die Verwaltungsstrukturen beider Seiten müssten sich künftig vollständig aufeinander abstimmen. Deshalb werden kanadische Beamte ab kommender Woche im Dreischichtbetrieb Akten in Brüsseler Behörden einpflegen, während europäische Ministerialbeamte in Montreal die Eishockeyhalle des Stadtteils Verdun als Dienstsitz übernehmen. Wer künftig eine Baugenehmigung in Ottawa beantragen will, muss dies in Brüssel tun und sich dort in eine Warteschlange einreihen, die bereits bis zur Grenze Luxemburgs reicht.
Der kanadische Premierminister Mark Carney lobte die Entscheidung ausdrücklich. Es komme nicht auf den Namen an, sagte er, sondern darauf, dass jeder Kanadier nun dienstags in Lüttich zur Bank gehen könne. Die Bundesregierung in Berlin kündigte unterdessen an, Friedrich Merz werde künftig jeden zweiten Freitag im Parlament in Ottawa Fragen beantworten, sofern die Anreise per Dampfschiff gelingt. Die Umsetzung soll bis zum Sommer abgeschlossen sein, sofern die Eishockeyhalle bis dahin in eine Plenarhalle umgebaut werden kann.
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