Bundesschülerkonferenz verlegt Protest vorsorglich in die Hallen des Kanzleramts und stellt Demonstranten Schulbänke zur Verfügung
Um Krawalle zu verhindern, ruft die Bundesschülerkonferenz den Protest am 20. November als dreitägige Dauerdemonstration im Sitzungssaal eines Ministeriums aus.
Die Bundesschülerkonferenz hat den Protest am 20. November vorsorglich in ein einziges Gebäude verlegt: In den Lesesaal der Berliner Staatsbibliothek ziehen seit Donnerstagmorgen rund 4.300 Schülerinnen und Schüler ein, die dort nach Angaben der Konferenz »bis auf Weiteres friedlich« ausharren. Jede Forderung wird dabei auf einen eigenen Zettel geschrieben, laminiert und an die Lesepulte geheftet.
Die Sprecherin der Konferenz erklärte, man wolle »den Krawallen am 31. Oktober keinen Raum geben, indem man ihnen den Raum nimmt«. Um die Demonstranten unterzubringen, mussten Bibliotheksmitarbeiter alle Bestände in den Keller umlagern. Die Schlange vor der Toilette reicht inzwischen bis zum Brandenburger Tor. Ein Ordner führt Buch über jede Pause, weil die Konferenz den Protest auch in den Pausen als laufend betrachtet.
Um die Forderungen der Jugendlichen auch im Parlament hörbar zu machen, ließ die Konferenz vor dem Reichstag eine Schulbank mit Schild aufstellen. Eine Abgeordnete der Koalition bestätigte, dass sie täglich daran vorbeiläuft und »schon wieder etwas dazugelernt« habe. Die Bundesschülerkonferenz kündigte an, den Protest im Winter auf den Hauptbahnhof auszuweiten, sobald die Gleise dort ebenfalls zur Mitbestimmung freigegeben sind.
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