Kinos verschieben Vorführungen, Kassen bleiben stundenlang geschlossen: Ansturm auf »Der perfekte Urlaub« legt Landkreise lahm
Am Eröffnungswochenende wollten so viele Menschen die neue Komödie von Bora Dagtekin sehen, dass Städte ihren Alltag umstellen mussten.
Am Eröffnungswochenende hat der Ansturm auf »Der perfekte Urlaub« den Kinobetrieb in mehreren Landkreisen vollständig umgekrempelt. Die Betreiber mussten die Säle im Schichtbetrieb von morgens bis Mitternacht belegen, weil die Nachfrage das vorhandene Angebot um ein Vielfaches übertraf. In der Kleinstadt Ostwalde wurde der Marktplatz zur Warteschlange, die sich bis zur Bahnhofsunterführung zog.
Der regionale Kinoverband hat daraufhin beschlossen, sämtliche Vorstellungen anderer Filme für vier Wochen zu streichen. Die Säle sollen ausschließlich für die Komödie bereitstehen, bis der Ansturm abklingt. »Wer heute keinen Platz bekommt, hat morgen auch keinen«, erklärte ein Sprecher des Verbands in der Lokalzeitung. Der Vorsitzende einer Bürgerinitiative für Ruhe in den Innenstädten bittet die Besucher nun, ihre Eintrittskarten nur noch vor dem Abend abzuholen.
Zugleich haben mehrere Schulen angekündigt, den Unterricht am Freitag zu verlegen, weil Lehrkräfte und Schüler geschlossen ins Kino wollen. Die Stadtverwaltung prüft, ob für die Dauer des Films eine Verkehrsregelung nötig wird, da Busse Umwege fahren müssen. Ein Kämmerer rechnete vor, dass allein der Kartenverkauf die Parkgebühren der Stadt in diesem Monat verdoppeln werde.
Im Ortsteil Lindenbach wurde indes eine Stiftung gegründet, die jeden Besucher mit einer Tüte Popcorn aus dem Gemeindehaus versorgt. Die Tüten werden seit Samstag in Lastwagenladungen angeliefert und stapeln sich inzwischen bis zum ersten Stock des Rathauses. Der Bürgermeister lobte die Aktion als »das größte gemeinsame Abendprojekt seit Menschengedenken«.
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