Frankfurter Flughafen führt Pflicht-Rückwärtsrollen für alle Flugzeuge ein
Nach einem Falschstart auf der Startbahn ordnet die Flughafenleitung an, dass jede Maschine künftig rückwärts zum Start rollt.
Am Frankfurter Flughafen müssen alle startenden Flugzeuge seit Dienstag rückwärts zur Startbahn rollen. Das hat die Fraport AG am Mittwochmorgen in einer Dienstanweisung mit sofortiger Wirkung festgelegt. Anlass war ein Airbus A321 der Pegasus Airlines, der zum Start nach Istanbul in die falsche Richtung auf die Piste gerollt war.
Die Vorschrift gilt für sämtliche Abflüge, unabhängig von Typ, Airline oder Ziel. Die Bodenmannschaften wurden angewiesen, jede Maschine mit einem Winkelsignal in den Rückwärtsgang einzuweisen. Ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung erklärte, man habe sich für diesen Schritt entschieden, weil «rückwärts niemand mehr in die falsche Richtung fahren kann, wenn er bereits in der richtigen steht». Die Fluglotsen üben die neue Prozedur seit Mittwoch im Rahmen eines Schulungsprogramms, das bis Ende des Monats auf alle Terminals ausgedehnt werden soll.
Auch die Passagiere sind betroffen. Die Boarding-Gates wurden umgebaut, damit die Fluggäste nun an der Heckseite der Kabine einsteigen. Ein Fraport-Sprecher bestätigte, dass dafür eigens neue Rampen aus Stahl bestellt wurden. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig prüft nach eigenen Angaben, ob der Vorfall eine Untersuchung rechtfertigt, hat sich zur neuen Regelung bisher jedoch nicht geäußert.
Die Maschine selbst startete sieben Minuten nach dem Zwischenfall problemlos in südlicher Richtung. Die Pegasus Airlines bestätigte, dass der Pilot seither im Flugsimulator das Rückwärtsrollen trainiert.
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