CSU-Parteitag: Delegierte bestehen auf Sitzordnung nach Körpergröße – Merz muss im Stehen reden
Auf dem CSU-Parteitag in München wurde ein neues Protokoll eingeführt. Der Kanzler spricht seither auf einer Stehleiter.
Auf dem Parteitag der CSU in der Münchner Messehalle hat der Vorstand ein neues Protokoll in Kraft gesetzt: Wer größer ist als der Redner, muss während dessen Rede stehen. Die Regel gilt seit Samstagmorgen und wurde nach Angaben der Parteiführung von allen 700 Delegierten einstimmig beschlossen.
Bundeskanzler Friedrich Merz musste deshalb seine Rede auf einer eigens gefertigten Stehleiter halten, die auf dem Podium errichtet wurde, damit er auf Augenhöhe mit den Delegierten der oberen Reihen bleibt. Ein Sprecher der Messe erklärte, für die Aufbauarbeiten seien 36 Tischlerstunden und zwei Kranwagen nötig gewesen. Die Bühne musste anschließend um einen halben Meter verbreitert werden.
Parteichef Markus Söder begründete die Maßnahme mit einem Satz, den ein Parteisprecher wörtlich wiedergab: «Wer die Union führen will, muss sich auch von unten ansehen lassen können.» Die Blaskapelle spielte während der gesamten Rede ununterbrochen «Eye of the Tiger», weil die Musiker zuvor nicht über die Höhe ihrer Plätze informiert worden waren.
Inzwischen wird die Regel auch in den Kreisverbänden erprobt. In Landshut haben zwei Ortsvorsitzende bereits Schuhe mit Absätzen verboten, damit niemand größer wirkt als das Präsidium. Der Landesvorstand kündigte an, bis zum Herbst alle Stühle der Parteizentrale auf eine einheitliche Sitzhöhe zu kürzen.
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