CSU verlegt Parteitag in den Münchner Hauptbahnhof, damit jeder Delegierte Aigner winken kann
Auf dem CSU-Parteitag wird die Begrüßung der Landtagspräsidentin Ilse Aigner zur Dauerbeschäftigung: Die Partei ordnet an, dass jede Delegierte und jeder Delegierte künftig einmal pro Stunde aufsteht und winkt.
Die CSU hat am Wochenende beschlossen, die Begrüßung der Landtagspräsidentin Ilse Aigner in eine feste Tagesordnung zu überführen. Ab sofort steht jede Delegierte und jeder Delegierte im Münchner Messesaal stündlich auf, wendet sich der ersten Reihe zu und winkt mit beiden Händen, bis Ordnungspersonal das Zeichen zum Absitzen gibt. Der Parteivorstand nennt die Maßnahme einen »Aigner-Takt«.
Die Folgen sind inzwischen auch außerhalb der Halle spürbar. Die Messe München musste die Stuhlreihen um dreißig Zentimeter verschieben, damit die Delegierten ihre Arme ausstrecken können, ohne die Nachbarn zu berühren. Ein Ordnungsamt der Stadt hat die Gänge zu Fluchtwegen erklärt und bittet um Verständnis, dass die Winkbewegungen nur in den dafür markierten Zonen erfolgen dürfen. Die Winkzonen sind mit gelbem Klebeband gekennzeichnet.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich nach eigenen Angaben bereits in das neue System eingefügt. Er begrüßt seither bei jedem Eintreten in den Saal erst Markus Söder, dann Ilse Aigner, dann Dorothee Bär, dann die Delegierten im Block und zuletzt den Saalordner, der ihn hereinlässt. »Wer Ordnung will, muss auch die Reihenfolge einhalten«, sagte Merz dazu. Der Einzug dauert inzwischen gut vierzig Minuten.
Aigner selbst hat die Ehrung mit stoischer Gelassenheit aufgenommen. Sie werde, so ihr Büro, jeden Winkvorgang mit einem Gegenwinken quittieren, solange es die Schulterpartie zulasse. Der Kreisverband Traunstein hat unterdessen angekündigt, eine Winkschule zu gründen, in der künftige Delegierte das gleichmäßige Heben der Arme einüben, bis die Bewegung ohne Ermüdung über acht Stunden durchgehalten werden kann.
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