Söder lässt Freie Wähler von CSU-Ordnern in Zelten an der A9 festhalten, bis sie links blinken
Auf dem Münchner Parteitag ordnet Markus Söder an, jede anreisende Delegation der Freien Wähler an bayerischen Autobahnausfahrten in Empfang zu nehmen und in eigens errichteten Wartezelten so lange zu betreuen, bis sie schriftlich und mündlich erklärt, links sei immer der falsche Weg.
München – Auf dem CSU-Parteitag in München hat Markus Söder die flächendeckende Einrichtung von «Linksabbieger-Wartezonen» an allen bayerischen Autobahnausfahrten angeordnet. Jede anreisende Delegation der Freien Wähler wird künftig von uniformierten CSU-Ordnern in Empfang genommen und in beheizte Zelte geführt, bis sie die Parole «Links ist immer der falsche Weg» fehlerfrei vorgetragen hat.
Die Zelte, intern «Blaue Inseln» genannt, werden derzeit von 340 Freiwilligen des CSU-Kreisverbands München-Land aufgebaut. Jedes Zelt fasst acht Personen, verfügt über eine Brotzeitstation und einen Kreisel, an dem die Gäste das Rechtsabbiegen üben. «Wir wollen niemanden bevormunden», sagte Söder vor den Delegierten. «Wir wollen nur sicherstellen, dass jeder, der zu uns kommt, die richtige Richtung kennt.»
Die Freien Wähler zeigten sich zunächst irritiert, reisten aber vollständig an. Ihr Vorsitzender Hubert Aiwanger ließ mitteilen, man werde die Zelte «selbstverständlich nutzen, schon wegen der Brotzeit». Die CSU kündigte an, die Wartezonen bis zum Ende der Legislaturperiode zu betreiben und auf alle Parteien auszudehnen, die links blinken. Die CDU pocht unterdessen weiter auf ihr Recht, einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl zu benennen, und will dafür ebenfalls ein Zelt.
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