Söder lässt CSU-Delegierte geschlossen nach Berlin marschieren, um Aigner als Bundespräsidentin einzusetzen
Der CSU-Chef verwandelt den Parteitag in einen Dauerlauf: Geschlossen marschiert die CSU nach Berlin, um Ilse Aigner eigenhändig ins Schloss Bellevue zu tragen. Die «Extremistenklausel» wird zum Straßensperrschild, und Markus Söder läuft vornweg.
München/Berlin – Markus Söder hat den CSU-Parteitag in einen geschlossenen Marsch nach Berlin verwandelt. Nach seiner Rede setzte sich die gesamte Delegation in Bewegung, um Ilse Aigner persönlich als Bundespräsidentin einzusetzen. «Wir tragen sie eigenhändig ins Schloss Bellevue», rief Söder den Marschierenden zu, die sich in Fünferreihen durch die bayerische Landeshauptstadt schoben.
Die CSU-Führung hatte zuvor eigens einen Feldkochwagen und eine Marschkapelle organisiert, die den Zug über die Autobahn begleiten. An jeder Raststätte hielt Söder eine kurze Ansprache und ließ die Delegierten die neue «Extremistenklausel» als Straßensperrschild hochhalten. «Keine Kohle für Extremisten, keine Durchfahrt für Zweifler», sagte er und schritt weiter.
Ilse Aigner selbst wurde auf einer eigens umgebauten Bierbank getragen, die von acht CSU-Ortsvorsitzenden abwechselnd geschultert wurde. Sie winkte den Passanten zu, während Söder vornweg lief und in regelmäßigen Abständen rief: «Die bayerische Festung wird gehalten, aber wir verlassen sie trotzdem.»
In Berlin angekommen, stellte sich der Zug vor dem Schloss Bellevue auf und wartete stundenlang, bis Söder erklärte, man werde nun so lange im Kreis laufen, bis die CDU ihren Anspruch auf das Amt aufgebe. «Wir sind mitten im Orkan», sagte er, «und wir laufen weiter, bis der Orkan uns folgt.»
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