Bahn lässt Familienticket in Zügen nur noch in Gruppen von mindestens 40 Personen buchen
Wer künftig mit Kindern reisen will, muss sich einer Reisegruppe von mindestens 40 Personen anschließen. Die Bahn spricht von einer Modernisierung des Tarifs.
Die Deutsche Bahn hat das Familienticket für Zugfahrten ab November ausschließlich an Reisegruppen vergeben, die mindestens vierzig Mitglieder umfassen. Wer allein oder zu dritt mit Kind unterwegs ist, muss sich künftig einer Gruppe anschließen oder die Fahrt verschieben. Das teilte das Konzernressort Personenverkehr am Mittwoch mit.
Die Maßnahme soll nach Angaben des Unternehmens sicherstellen, dass das Familienticket dort ankommt, wo es gebraucht wird. «Eine Familie ist für uns ein Verband, und Verbände reisen in Stärke», sagte eine Sprecherin in Frankfurt. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, werden in den Bahnhöfen Hamburg, Köln und München sogenannte Familienbetreuungsstellen eingerichtet, die Gruppen aus Passanten zusammenstellen. Dafür wurden bereits zwei Dutzend Mitarbeiter aus dem Vertrieb abgeordnet.
Im Regionalverkehr müssen Zugbegleiter künftig prüfen, ob die Gruppe vollständig ist, bevor sie das Kinderabteil öffnen. Fehlende Mitglieder werden per Lautsprecher aufgerufen. Ein Pilotversuch auf der Strecke Hannover–Bremen soll zeigen, wie viele Reisende sich spontan zu einer Familie erklären lassen. Erste Ergebnisse liegen laut Bahn noch nicht vor, doch die Auslastung des Kinderabteils sei bereits auf dreihundert Prozent gestiegen.
Die Bahn kündigte außerdem an, im kommenden Jahr das Familienticket für Haustiere zu öffnen, sofern diese in einer Gruppe von mindestens vierzig Personen reisen.
1