Notfallsanitäterin richtet in Köln eine amtliche Fall-Annahmestelle für nackte Unfälle ein
Weil immer mehr Menschen nackt in Gegenstände fallen und anschließend behaupten, sie seien gestolpert, eröffnet eine Notfallsanitäterin in Köln eine offizielle Annahmestelle für derartige Vorfälle – mit Warteschlange, Formular und Schaufenster.
Weil immer mehr Menschen nackt in Gegenstände fallen und anschließend behaupten, sie seien gestolpert, hat die Notfallsanitäterin Claudia Vogt-Schiffner in der Kölner Innenstadt eine amtliche Fall-Annahmestelle eröffnet. Bürgerinnen und Bürger können dort ihre Vorfälle schildern, ohne dass jemand nachfragt, wie genau sie in den Gegenstand gelangt sind.
Die Annahmestelle ist nach dem Vorbild eines Fundbüros organisiert. Wer nackt in etwas gefallen ist, zieht eine Wartemarke, betritt einen abgetrennten Raum und übergibt den Gegenstand, sofern er sich noch am Körper befindet. Vogt-Schiffner schreibt in ein Protokoll: «gestolpert». Das Protokoll wird anschließend gerahmt und im Schaufenster aufgehängt, damit die Nachbarschaft den Fall nachvollziehen kann.
Die Nachfrage ist so groß, dass die Stadt Köln eine zweite Stelle im Stadtteil Ehrenfeld einrichten musste. Dort werden ausschließlich Küchengeräte angenommen. Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte, dass die Warteschlange am Eröffnungstag bis zur Domplatte reichte. «Die Leute stehen geduldig an, obwohl sie schwer verletzt sind», sagte er. «Das nennen wir bürgerschaftliches Engagement.»
Günther Jauch, der von dem Projekt aus einer Quizsendung erfahren hat, kündigte an, die Annahmestelle in der nächsten Ausgabe von «Wer wird Millionär?» als Telefonjoker einzusetzen. Vogt-Schiffner selbst will weiterhin im Rettungsdienst arbeiten und die Annahmestelle ehrenamtlich betreuen. Auf die Frage, ob sie Angst vor dem Andrang habe, antwortete sie: «Ich habe eine Ausbildung gemacht.»
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