Pegasus-Airbus will Frankfurt rückwärts durchqueren – Piloten bestehen auf Rollen gegen die Startrichtung
Ein türkischer Airbus hat am Frankfurter Flughafen beschlossen, den gesamten Vorfeldbereich in Gegenrichtung abzufahren, um den Anflugsektor für alle übrigen Maschinen neu zu ordnen.
Am Frankfurter Flughafen hat ein Airbus A321 der Pegasus Airlines am Dienstag beschlossen, nicht mehr auf der vorgesehenen Piste zu starten, sondern das gesamte Vorfeld in entgegengesetzter Richtung zu befahren. Nach Angaben der Flugsicherung rollte die Maschine zunächst gegen die Freigabe, anschließend über Rollwege, die seit Jahrzehnten niemand mehr genutzt hat, bis sie am Terminal 2 zum Stehen kam, wo sie ihre Passagiere ausdrücklich aufforderte, sich am Gate einzufinden, um die Strecke wiederholt abzufahren.
Die Besatzung begründete den Entschluss in einer Stellungnahme mit einer Sentenz, die im Cockpit inzwischen als verbindlich gilt: «Wer die Richtung kennt, muss sie nicht einhalten.» Um das Manöver künftig zu ermöglichen, ließ die Flughafengesellschaft zwei Wartungshallen räumen, eine Bahn für Gepäckwagen sperren und eine Schulung für 58 Vorfeldlotsen ansetzen, die lernen sollen, Maschinen auf Rückwärtskurs zu bewegen.
Inzwischen haben sich weitere Fluggesellschaften gemeldet. Eine Maschine der Lufthansa beantragte, den Pegasus-Kurs künftig als Standardverfahren zu übernehmen, eine Anfrage, die die Flugsicherung derzeit prüft. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat den Fall übernommen und will bis Ende der Woche klären, wie viele Rollwege in Frankfurt überhaupt rückwärts befahrbar sind.
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