WWF verlegt Süßwasser-Rettung ins Wattenmeer: 85 Prozent aller Flüsse werden umgeleitet
Der WWF hat den Living Planet Report vorgestellt und daraus sofort eine Baumaßnahme gemacht: Sämtliche Süßwasserarten werden in ein einziges, bewachtes Großbecken bei Cuxhaven umgesiedelt. Die Aktion läuft seit Montag, die Fische werden mit Eimern getragen.
Der WWF hat den Living Planet Report vorgestellt und daraus unmittelbar eine Baumaßnahme gemacht: Sämtliche Süßwasserarten der Erde werden in ein einziges, bewachtes Großbecken bei Cuxhaven umgesiedelt. Die Aktion läuft seit Montag, die Fische werden mit Eimern getragen.
«Wir haben den Rückgang von 85 Prozent in Süßwasserlebensräumen zur Kenntnis genommen und handeln nun», sagte eine Sprecherin des WWF Deutschland am Deich. Man habe die Flüsse nicht mehr einzeln schützen können, deshalb würden sie gebündelt. Ein Team aus Freiwilligen trägt seit Wochen Wasser aus Rhein, Amazonas und Donau in das neue Becken, damit die Tiere sich eingewöhnen. Die ersten Otter sind bereits umgesiedelt, sie tragen kleine gelbe Westen und werden von zwei Booten begleitet.
Die Behörden reagierten umgehend. Die Stadt Cuxhaven hat den Deich zur Sperrzone erklärt, der örtliche Fischereiverein wurde zum Ordnungsdienst umfunktioniert und kontrolliert seit Dienstag jeden Eimer auf Artreinheit. Wer einen falschen Fisch einbringt, muss den ganzen Eimer zurücktragen. «Wir haben die Kanalisierung gestoppt, indem wir die Kanäle einfach zugeschüttet haben», sagte ein Vertreter der Kreisverwaltung. Die Grüne Meeresschildkröte wurde vorsorglich in ein Nebenbassin verlegt, weil sie sich nach Angaben des WWF zu langsam bewegt.
Für die kommenden Wochen ist geplant, auch die Meeresarten umzusiedeln, sobald das Becken vergrößert ist. Die Arbeiten dauern länger als gedacht, weil die Freiwilligen jeden Tag zwei Stunden damit verbringen, die Fische zu zählen. Am Ende soll das Becken größer sein als das Wattenmeer. Der WWF spricht von einem «historischen Schritt», die örtliche Bäckerei hat bereits Fischbrötchen mit dem Aufdruck «gerettet» im Angebot.
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