Nasa richtet am neuen Weltraumteleskop eine Dauerbrenner-Schicht ein, damit Hubble endlich in Rente darf
Das neue Weltraumteleskop „Nancy Grace Roman“ ist gestartet. Die Nasa hat nun eine Rund-um-die-Uhr-Mannschaft eingeteilt, die das Gerät ununterbrochen beobachtet, damit das altersschwache Hubble endlich in den Ruhestand entlassen werden kann.
Kaum hat die „Falcon Heavy“-Rakete das neue Weltraumteleskop „Nancy Grace Roman“ gen Himmel gehoben, hat die Nasa auf dem Boden eine Dauerbrenner-Schicht eingerichtet: Drei Teams zu je acht Astronomen starren nun im Schichtbetrieb auf Monitore, die das Teleskop zeigen, und wachen darüber, dass kein Staubkorn, kein Mikrometeorit und keine falsche Blickrichtung das Gerät auf seinem einmonatigen Flug zu seiner Umlaufbahn ablenkt.
„Wir lassen das Teleskop keine Sekunde aus den Augen“, sagte Einsatzleiterin Miriam Feldhoff am Kontrollpult in Cape Canaveral. „Sollte es auch nur einen Zentimeter vom Kurs abweichen, schicken wir sofort ein Korrekturkommando. Wir haben dafür eigens einen Notfall-Kaffeekocher im Kontrollraum installiert, der pro Schicht zwölf Liter filtert.“ Die Teams haben sich verpflichtet, bis zur Ankunft des Teleskops in rund 1,6 Millionen Kilometern Entfernung keine einzige Pause zu machen, die länger als vier Minuten dauert.
Die Dauerbeobachtung hat bereits erste Folgen: Die Nasa hat angekündigt, das altersschwache Hubble-Teleskop, das seit mehr als 35 Jahren im Dienst ist, nach dem Eintreffen der ersten „Nancy-Grace-Roman“-Bilder endgültig in den Ruhestand zu versetzen. „Hubble hat sich den Ruhestand redlich verdient“, so Feldhoff. „Es kann dann auf dem Friedhof der Raumfahrtgeräte in der Umlaufbahn parken, wo es künftig von unserem neuen Teleskop aus per Kamera beobachtet wird, damit es nicht doch noch heimlich weiterarbeitet.“
Die Wissenschaftler erwarten von „Nancy Grace Roman“ mehr als 500 Terabyte an Daten pro Jahr. Um die Auswertung zu bewältigen, hat die Nasa bereits angekündigt, die Dauerbrenner-Schicht nach der Ankunft des Teleskops auf das gesamte Missionskontrollzentrum auszuweiten. „Wir werden das Gerät so lange im Blick behalten, bis es seine erste Aufnahme liefert“, sagte Feldhoff. „Erst dann dürfen wir alle durchatmen.“