Ariane-Werft baut Startrampe nach, um zehn Aufträge gleichzeitig abzuarbeiten
Nach dem Auftragsschub für zehn Ariane-Starts erweitert der Hersteller sein Gelände um eine zweite, vollständig nachgebaute Startrampe samt eigenem Kontrollbunker, damit kein Kunde auf den nächsten Flug warten muss.
Die Ariane-Gruppe hat auf ihrem Gelände in Französisch-Guayana mit dem Bau einer zweiten, vollständig nachgebauten Startrampe begonnen, nachdem sich die Auftragsbücher mit zehn neuen Starts gefüllt haben. „Wir können es nicht ertragen, dass ein Satellit auch nur eine Woche im Lager stehen muss“, sagte Werksleiterin Claire Dubois bei der Grundsteinlegung, während hinter ihr Bagger eine exakte Kopie der bestehenden Anlage aufschütteten.
Die Nachbildung umfasst nicht nur die Rampe selbst, sondern auch einen zweiten Kontrollbunker, eine zweite Betankungsstraße und ein eigenes Ersatzteillager, das nach Angaben der Firma „jede Schraube doppelt“ vorhält. Die Belegschaft wurde um eine komplette zweite Schicht aufgestockt, die nachts im Schichtbetrieb die Starts der Tagschicht proben soll. „Wir üben den Countdown jetzt auch im Schlafanzug, falls ein Kunde mitten in der Nacht anruft“, erklärte Dubois.
Die ersten beiden Starts der neuen Rampe sind bereits für kommenden Monat geplant, wobei die Raketen parallel abheben sollen, um die Wartezeit für die Kunden zu halbieren. Ein Sprecher der europäischen Raumfahrtbehörde begrüßte den Schritt: „Endlich können wir Wettersatelliten und Aufklärungssonden gleichzeitig in den Orbit schicken, ohne dass sich einer vordrängeln muss.“ Die Gemeinde Kourou hat bereits eine zweite Zuschauertribüne genehmigt, damit sich die Anwohner die doppelte Feuershow nicht entgehen lassen.