Wirtschaftsministerium lässt Reserve-Kohlekraftwerke rund um die Uhr Probelauf machen
Um die Strompreise zu senken, lässt das Bundeswirtschaftsministerium alle Reserve-Kohlekraftwerke gleichzeitig und dauerhaft laufen. Die Anwohner erhalten Gehörschutz, die Ministerialbeamten ziehen in Feldbetten ins Kraftwerk.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat alle in der Reserve befindlichen Kohlekraftwerke Deutschlands ab sofort zu einem unbefristeten Dauerprobelauf verdonnert, um die hohen Strompreise zu senken. „Wir testen jetzt einfach alles gleichzeitig und schauen, was passiert“, sagte ein Sprecher und wies darauf hin, dass die Anlagen dafür nicht etwa hochgefahren, sondern schlicht nie wieder abgeschaltet würden.
Bereits in der ersten Nacht erreichte der kollektive Kohlestaubausstoß eine Dichte, die in den umliegenden Landkreisen als „künstlicher Sonnenuntergang um 9 Uhr morgens“ bezeichnet wurde. Die örtlichen Bauernverbände meldeten, ihre Kühe gäben nun Milch mit einem dezenten Grauton. Das Ministerium reagierte umgehend und ließ an alle Haushalte im Umkreis von fünfzig Kilometern kostenlose Atemmasken und einen Gutschein für ein Jahr Fensterputz verteilen.
Die Beamten der Abteilung Energie haben derweil ihre Büros geräumt und sind mit Feldbetten und Kaffeemaschinen in die Wartungshallen der größten Kraftwerke gezogen, um die Anlagen persönlich zu überwachen. „Wir schlafen jetzt im Schichtrhythmus direkt neben dem Kühlturm“, erklärte eine Abteilungsleiterin stolz. „Wenn der Strompreis fällt, fallen wir mit.“ Für die kommende Woche kündigte das Ministerium an, zusätzlich alle stillgelegten Atomkraftwerke als dekorative Dampfmaschinen zu reaktivieren, um den Effekt zu verstärken.