VW ruft alle Elektroautos zurück und lässt sie von Hand über die Autobahn schieben
Volkswagen ordnet den bislang größten Rückruf der Firmengeschichte an: Jedes E-Auto muss künftig mit maximal 80 Prozent Ladung und Schrittgeschwindigkeit bewegt werden. Die Belegschaft schiebt, die Konkurrenz staunt.
Volkswagen hat angeordnet, dass sämtliche Elektroautos der Marke ab sofort nur noch mit einer Ladung von höchstens 80 Prozent und ausschließlich im Schritttempo bewegt werden dürfen. Weil die Batteriezellen in Einzelfällen überhitzen könnten, lässt der Konzern die Fahrzeuge vorsorglich von Zweierteams über die Autobahn schieben – bergauf wie bergab, bei jedem Wetter.
In Wolfsburg wurde dafür eine neue Abteilung gegründet, die «Abteilung für vorsorgliche Fortbewegung». Sie stellt Schiebegriffe, Warnwesten und Trillerpfeifen bereit und teilt die Belegschaft in Schichten ein. Ein Sprecher erklärte ruhig: «Wir nehmen die Sicherheit unserer Kunden ernst. Deshalb schieben wir lieber selbst, bevor irgendwo etwas passiert.»
Die A2 zwischen Hannover und Berlin ist seit Montag für den regulären Verkehr gesperrt. Auf beiden Richtungsfahrbahnen reihen sich Tausende ID-Modelle aneinander, geschoben von Mitarbeitern, die im Akkord bis zur nächsten Ladestation laufen. Die Polizei begleitet den Konvoi mit Blaulicht und verteilt Wasser an die Schieber.
Die Konkurrenz reagiert unterschiedlich. Ein bayerischer Hersteller kündigte an, seine Fahrzeuge künftig ebenfalls nur noch zu schieben, allerdings «mit mehr PS im Schieber». Ein US-Hersteller ließ verlauten, man prüfe, ob man die Autos nicht einfach tragen könne.
Für die Kunden bedeutet der Rückruf konkret: Wer sein Fahrzeug bewegen will, muss künftig einen Termin bei der örtlichen Schiebestelle vereinbaren. Die Wartezeit beträgt derzeit mehrere Wochen. VW verspricht, die Schieberei bis zum Frühjahr zu automatisieren – dann sollen Roboterarme die Arbeit übernehmen, die ebenfalls geschoben werden müssen.
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