Stresstest eskaliert: Aufsicht lässt Bankvorstände drei Wochen in Containern hausen
Die Bankenaufsicht hat den diesjährigen Stresstest verschärft: Vorstände kleiner und mittlerer Institute müssen den Krisenfall nun körperlich durchspielen – in Containern, ohne Heizung, mit täglichem Schalterdienst.
Die Bankenaufsicht hat den diesjährigen Stresstest verschärft: Vorstände kleiner und mittlerer Institute müssen den Krisenfall nun körperlich durchspielen. Auf einem ehemaligen Kasernengelände bei Hannover stehen seit Montag Containerdörfer, in denen Führungskräfte drei Wochen lang unter Krisenbedingungen hausen – ohne Heizung, mit täglichem Schalterdienst und einer Ration, die ein Aufsichtsbeamter als «realistisch knapp» bezeichnete.
Wer den Test bestehen will, muss den Zusammenbruch seiner eigenen Bank simulieren. Jeden Morgen um sechs Uhr wird eine Pleite ausgerufen, die der Vorstand bis zum Abend abzuwickeln hat. «Wir wollten sehen, ob sie auch dann noch ruhig bleiben, wenn niemand mehr kommt», sagte ein Sprecher der Aufsicht. Die Institute reagierten unterschiedlich: Einige Vorstandschefs ließen ihre Stellvertreter die Container putzen, andere richteten einen Schalter für imaginäre Kundschaft ein.
Die Aufsicht hat angekündigt, das Verfahren auszuweiten. Ab dem kommenden Quartal sollen ganze Filialleitungen für zwei Wochen in Zelten übernachten und den Zahlungsverkehr mit Taschenrechnern abwickeln. Ein betroffener Banker sagte, er habe sich bereits einen Schlafsack gekauft. «Wenn das der Preis für Stabilität ist, dann zahlen wir ihn», sagte er und schloss die Tür seines Containers.
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