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Wirtschaft

Statistisches Bundesamt stellt auf Dauerbetrieb um: Inflationsmessgeräte laufen jetzt rund um die Uhr, damit niemand den nächsten Preissprung verpasst

Das Statistische Bundesamt reagiert auf die steigende Inflation mit einem Rund-um-die-Uhr-Messbetrieb. Hunderte neue Messstellen erfassen nun sekündlich die Preise von Warenkörben, während Volkswirte vor den Bildschirmen Wache schieben.

Das Statistische Bundesamt hat seine Inflationsmessung auf einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb umgestellt. Seit Montag erfassen 1.847 neu eingestellte Preiserfasser in 412 deutschen Supermärkten, Tankstellen und Energieversorgern sekündlich die Kosten eines standardisierten Warenkorbs, der eigens für den Dauerbetrieb auf 23 Kilogramm Dosenravioli, 140 Liter Heizöl und 9.000 Kilowattstunden Strom aufgestockt wurde.

„Wir können es uns nicht mehr leisten, auch nur eine Minute zu schlafen, in der die Butter teurer wird“, sagte Behördenleiterin Klara Wunderlich bei der Einweihung der neuen Messzentrale in Wiesbaden. Die Zentrale ist mit 340 Feldbetten, einer Kantine im Drei-Schicht-Betrieb und einem Fitnessraum ausgestattet, damit die Erfasser ihre nächtlichen Gänge durch die Gänge der Discounter körperlich durchhalten. Jede Preisänderung wird sofort per Datenhelm an die Zentrale gefunkt, wo sie von 90 diensthabenden Volkswirten gegen die Uhr geprüft wird.

Erste Auswirkungen zeigen sich bereits: In den betroffenen Supermärkten wurden die Regale mit den Messwaren durch Absperrbänder markiert, und Kassenpersonal wurde angewiesen, den Erfassern beim Wiegen der Ravioli-Dosen Vorrang zu gewähren. Das Bundesamt prüft derweil, ob auch Bäckereien und Wochenmärkte in den Dauerbetrieb einbezogen werden können. „Die nächste Verbraucherpreis-Meldung erscheint nun alle 60 Sekunden“, so Wunderlich, „damit niemand mehr behaupten kann, er habe den Anstieg nicht kommen sehen.“

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