Sparkassen eröffnen Kryptohandel mit Pflicht-Warnweste und Schalter für Bitcoin
Die Sparkassen starten den Kryptohandel – aber nur mit persönlicher Warnung am Schalter, Warnweste und einem Beratungsgespräch, das länger dauert als jede Baufinanzierung.
Die Sparkassen haben den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen eröffnet, allerdings nur an einem eigens errichteten Schalter, an dem jeder Kunde vor dem Kauf eine Warnweste in Signalorange anlegen und ein vierstündiges Beratungsgespräch über die Risiken über sich ergehen lassen muss.
Der Andrang am ersten Tag war enorm: In mehreren Filialen bildeten sich Schlangen bis auf den Parkplatz, weil das Beratungsgespräch nach Angaben eines Sprechers «mindestens so lange dauert wie eine Baufinanzierung, eher länger». Wer die Warnweste nicht anlegen wollte, wurde höflich, aber bestimmt an den normalen Schalter verwiesen, wo es weiterhin nur Sparbücher gibt.
Die Warnung selbst ist ein akustisches Ereignis: Ein eigens angeschaffter Lautsprecherwagen fährt stündlich über den Filialvorplatz und ruft die Kursschwankungen aus, unterbrochen von dem Satz «Sie können alles verlieren, aber bitte nicht die Fassung». Einige Filialen haben zusätzlich einen Schalter für «Bitcoin mit Ansage» eingerichtet, an dem der Kauf erst nach dreimaligem Nicken des Filialleiters vollzogen wird.
Für die kommenden Wochen planen die Sparkassen, die Warnwesten auch an Geldautomaten auszugeben und den Kryptohandel auf die Zeit zwischen neun und elf Uhr vormittags zu beschränken, weil dann erfahrungsgemäß die wenigsten Kunden kommen. Ein Sprecher betonte, man wolle niemanden bevormunden, sondern lediglich «jeden Schritt so deutlich machen, dass er auch im Schlaf noch nachvollziehbar ist».
1