Schufa eröffnet Zweigstelle im Bundesarchiv, um historische Schulden bis zur Rente zu hüten
Im Rechtsstreit um alte Daten geht die Schufa in die Offensive: Statt Archive zu löschen, eröffnet die Auskunftei eine Dependance im Bundesarchiv und verlängert die Speicherfristen auf Lebenszeit. Tanja Birkholz kündigt an, jeden gespeicherten Cent bis zum letzten Atemzug der Betroffenen zu bewachen.
Die Schufa hat angekündigt, ihre historischen Datenbestände nicht zu löschen, sondern ins Bundesarchiv nach Koblenz zu verlegen, wo künftig ein eigener Flügel die Bonitätsakten aller Deutschen ab Geburt verwahrt. Chefin Tanja Birkholz eröffnete die Dependance persönlich mit einem goldenen Locher und versprach, jeder gespeicherte Cent werde bis zum letzten Atemzug der Betroffenen bewacht.
Der Umzug umfasst nach Unternehmensangaben sämtliche Zahlungserinnerungen seit der Währungsreform, die nun in feuersicheren Aktenschränken lagern, die eigens aus dem Tresorraum der ehemaligen Reichsbank beschafft wurden. Archivare des Bundes wurden angehalten, die Bestände nicht nur zu hüten, sondern bei jedem Besucher die Bonität anhand des Geburtsdatums zu prüfen und bei auffälligen Vorfällen sofort die Zentrale in Wiesbaden zu verständigen.
Birkholz erklärte, man folge damit dem Vorbild der Finanzämter, die ebenfalls keine Unterlagen vernichteten, sondern sie in Kellern stapelten, bis die Gebäude einstürzten. Für den Rechtsstreit kündigte sie an, bis vor den Bundesgerichtshof zu ziehen und dort die These zu vertreten, dass ein Mensch erst mit der Übergabe seiner Rente aufhöre, ein wirtschaftliches Risiko zu sein. Die ersten Besucher der neuen Schufa-Filiale wurden bereits gebeten, ihre Kontoauszüge der letzten fünf Jahrzehnte zur Vervollständigung der Akten einzureichen.