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Kein Eingang. Aber ein Ausweg!

Wirtschaft

Galeria eröffnet Insolvenzverfahren, indem alle 83 Filialen gleichzeitig ihre Türen aushängen und als Mahnmal auf die Straße legen

Die Warenhauskette Galeria hat nicht nur einen Insolvenzantrag gestellt, sondern lässt alle 83 Filialen ihre Eingangstüren aushängen und vor dem Düsseldorfer Amtsgericht zu einem begehbaren Mahnmal der deutschen Warenhauskultur aufschichten.

Die Warenhauskette Galeria hat am Düsseldorfer Amtsgericht nicht nur die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, sondern unmittelbar danach in allen 83 Filialen damit begonnen, die Eingangstüren aus den Angeln zu heben und sie auf Lastwagen nach Düsseldorf zu schaffen. Dort werden sie seit Montag vor dem Gerichtsgebäude zu einem begehbaren Mahnmal der deutschen Warenhauskultur aufgeschichtet, das nach Angaben der Geschäftsführung «die Dimension des Verlusts physisch erfahrbar» machen soll.

Die rund 12.000 Beschäftigten wurden angewiesen, den Abbau der Türen selbst vorzunehmen und dabei Kunden freundlich zu verabschieden. «Wir wollten nicht einfach schließen, sondern den Übergang gestalten», erklärte ein Sprecher. In Essen, dem früheren Unternehmenssitz, wurden die Türen bereits zu einem provisorischen Tor umfunktioniert, durch das Besucher nur noch einzeln und mit gesenktem Kopf gehen dürfen.

Die Vermieter der betroffenen Objekte zeigten sich überrascht. Ein Sprecher mehrerer Eigentümer sagte, man habe mit Mietverhandlungen gerechnet, nicht mit dem Abtransport der Gebäudehülle. Die Stadt Düsseldorf prüft inzwischen, ob die Türen als vorübergehende Kunstinstallation genehmigt werden müssen oder als dauerhafte bauliche Anlage gelten.

Für die kommenden Wochen plant Galeria, auch die Schaufensterpuppen nach Düsseldorf zu bringen und sie in einer Reihe vor dem Mahnmal aufzustellen. Die Kreditlinie von Gordon Brothers in Höhe von bis zu 160 Millionen Euro soll laut Geschäftsführung teilweise dafür verwendet werden, die Transportkosten zu decken. «Wir stabilisieren das Unternehmen, indem wir sichtbar machen, was wir verlieren», hieß es.

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