Galeria eröffnet in Düsseldorf ein Museum für gescheiterte Insolvenzverfahren
Nach dem vierten Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren wandelt die Warenhauskette ihr Düsseldorfer Stammhaus in eine dauerhafte Gedenkstätte für gescheiterte Sanierungsversuche um.
Die Warenhauskette Galeria hat am Düsseldorfer Stammhaus mit dem Abriss der Verkaufsflächen begonnen, um an ihrer Stelle ein Museum für gescheiterte Insolvenzverfahren zu errichten. Das Amtsgericht Düsseldorf hatte dem vierten Insolvenzantrag des Unternehmens innerhalb von sechs Jahren stattgegeben und den Rechtsanwalt Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Kebekus erklärte, das Museum werde in vier Flügel gegliedert, einen für jeden Insolvenzantrag. Der erste Flügel zeige leere Regale aus dem Jahr 2020, der zweite original erhaltene Umzugskartons der damaligen Belegschaft, der dritte eine begehbare Nachbildung des Signa-Büroturms und der vierte eine Dauerausstellung über die Umbenennung von Karstadt Kaufhof zu Galeria. Der Eintritt soll für Beschäftigte frei sein, sofern sie nachweisen, dass sie noch beschäftigt sind.
Die rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 83 Filialen erhalten ab sofort eine zusätzliche Aufgabe: Sie müssen während ihrer Schichten als Museumsaufsicht aushelfen. Wer eine Kundin beim Betreten des Museums berät, bekommt eine Urkunde, die von Kebekus persönlich unterschrieben wird. Die Bundesagentur für Arbeit prüft derzeit, ob diese Urkunden als Insolvenzgeld angerechnet werden können.
Für die kommenden Wochen plant das Unternehmen, in jeder Filiale einen kleinen Ableger des Museums einzurichten. Die erste Ausstellungseröffnung ist für den Marienplatz in München vorgesehen, wo die Filiale am Rotkreuzplatz Ende Januar schließt. Ein Sprecher sagte, man wolle die Schließung als feierlichen Akt der Einweihung begehen.
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