Frankreichs Anleiheinvestoren verlangen jetzt Einlass nur noch mit Sicherheitshelm
Weil die Märkte Frankreich nicht mehr trauen, hat ein Konsortium großer Anleihekäufer begonnen, das Land persönlich in Augenschein zu nehmen – mit Schutzausrüstung, Feldstechern und einem eigenen Prüfzug durch die Provinz.
Ein Konsortium der größten europäischen Anleihekäufer hat beschlossen, Frankreich nicht länger anhand von Kennzahlen zu beurteilen, sondern das Land persönlich zu inspizieren. Seit Montag rollt ein angemieteter Prüfzug mit sieben Waggons von Lille nach Marseille; an Bord befinden sich Fondsmanager in Schutzhelmen, die aus den Fenstern die Wirtschaftsstimmung messen, indem sie die Schaufenster zählen.
Die Investoren haben für die Dauer der Prüfung eine eigene Kleiderordnung erlassen: Wer französische Staatsanleihen halten will, muss künftig bei jeder Hauptversammlung einen Helm der Norm EN 397 tragen und einen Klappspaten mitführen. «Wir wollen sehen, ob das Land noch standsicher ist», erklärte ein Sprecher des Konsortiums in einem eigens errichteten Prüfzelt bei Lyon. «Bisher haben wir drei einwandfreie Bäckereien und einen sehr soliden Kreisverkehr dokumentiert.»
Die französische Regierung reagierte mit einer Gegenmaßnahme: Sie ließ entlang der Zugstrecke sämtliche Wirtschaftsprognosen auf Plakate drucken und in Originalgröße aufstellen, damit die Investoren sie vom Fenster aus lesen können. In Paris wurde zudem ein Rekrutierungsbüro eröffnet, das Freiwillige sucht, die den Prüfzug mit Applaus und frischem Gebäck empfangen. Nach Angaben des Finanzministeriums haben sich bereits mehrere Bürgermeister gemeldet, die ihren Ort als besonders kreditwürdig anpreisen.
Der Zug hat inzwischen Dijon erreicht. Dort stiegen zwei Investoren aus, kauften eine Dose Senf und notierten den Preis auf einem Klemmbrett. «Das ist ein Signal», sagte einer von ihnen. «Wir wissen nur noch nicht, wofür.» Die Prüfung soll bis Ende des Monats dauern; danach will das Konsortium entscheiden, ob es Frankreich weiterhin mit Geld beliefert oder ob das Land zunächst einen Sicherheitskurs absolvieren muss.
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