Deutsche Bahn richtet Familienticket als Dauerabo ein – Kinder reisen künftig nur noch in Gruppen ab sechs Personen
Die Deutsche Bahn macht das Familienticket zum Dauertarif. Ab November gilt: Wer als Familie reist, muss mindestens sechs Personen umfassen – sonst greift der Pauschalpreis nicht.
Die Deutsche Bahn hat das Familienticket ab November nicht nur dauerhaft eingeführt, sondern zur verbindlichen Reiseform für alle erklärt, die mit Kindern unterwegs sind. Der Pauschalpreis von 99,99 Euro gilt fortan ausschließlich für Gruppen ab sechs Personen. Kleinere Familien müssen sich an jedem Bahnhof zu sogenannten Reisegemeinschaften zusammenschließen, die die Bahn vor Ort einteilt.
In den Hauptbahnhöfen entstehen dafür eigene Familienticket-Sammelstellen. Wer mit zwei Kindern anreist, wird von Bahnmitarbeitern so lange an der Sammelstelle festgehalten, bis genügend weitere Kinder gefunden sind. Die Bahn hat angekündigt, den Andrang mit einer neuen Tarifordnung zu regeln: Jede Familie erhält eine Wartemarke, die erst nach Erreichen der Sechser-Gruppe gezogen werden darf.
Bahn-Chefin Palla verteidigte den Schritt: «Der Sommer hat gezeigt, dass Familien ohnehin am liebsten in großen Verbänden reisen. Wir machen daraus jetzt eine verlässliche Einrichtung.» Kritik wies sie zurück. Wer allein mit einem Kind reise, könne ja am Zielbahnhof Anschluss an eine andere Familie suchen.
Der Fahrgastverband warnt unterdessen vor überfüllten Sammelstellen. In ersten Testbahnhöfen sollen bereits Schlangen bis auf die Gleise reichen. Die Bahn kündigte an, das System im Dezember auf Reisende mit Haustieren auszuweiten.
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