Commerzbank-Zentrale zieht in UniCredit-Filiale, um Übernahmegespräche nicht zu versäumen
Die Commerzbank-Führung ist komplett in die Frankfurter UniCredit-Filiale umgezogen, um bei den Übernahmegesprächen keine Minute zu verpassen. Bettina Orlopp führt nun vom Schalterraum aus.
Die gesamte Commerzbank-Führungsetage hat ihren Arbeitsplatz in die Frankfurter Filiale der UniCredit verlegt, um bei den laufenden Übernahmegesprächen keine Sekunde zu versäumen. Bankchefin Bettina Orlopp bestätigte, dass sie und 38 Vorstandsmitglieder seit Montag hinter dem Schalter Nummer vier residieren, direkt neben dem Geldautomaten.
„Wir haben die Gespräche so weit vertieft, dass ein Rückweg in unsere eigene Zentrale einen unvertretbaren Informationsverlust bedeuten würde“, erklärte Orlopp, während sie einem Kunden eine Überweisung über den Tresen reichte. Die Vorstandsetage habe man kurzerhand in einen Schulungsraum für Azubis umgewandelt, die nun zwischen Flipchart und Kaffeeautomat die Zukunft des deutschen Bankwesens aushandeln.
Die italienischen Gesprächspartner zeigen sich von der Nähe unbeeindruckt und haben ihrerseits die Belegschaft der Filiale angewiesen, die deutschen Kollegen wie Stammkunden zu behandeln. Seit dem Umzug werden Orlopp und ihre Riege beim Betreten des Schalterraums mit der Frage begrüßt, ob sie einen Termin hätten. Die Commerzbank-Chefin trägt inzwischen ein Namensschild der UniCredit, „um Verwechslungen zu vermeiden“, wie sie betonte.
Für die kommende Woche ist geplant, die Verhandlungen in die Filiale in Mailand zu verlegen. Die Commerzbank-Vorstände haben bereits ihre Zahnbürsten gepackt und üben täglich die italienischen Höflichkeitsfloskeln, die sie am Schalter benötigen.