Bosch Nürnberg: Werk wird zur Schulungsanlage für Abwesenheit umgebaut
Nach der Ankündigung, die Hälfte der Stellen zu streichen, richtet Bosch in Nürnberg eine betriebseigene Akademie für den geordneten Rückzug ein. Die Belegschaft übt dort künftig das Verlassen des Werksgeländes.
Der Automobilzulieferer Bosch hat am Nürnberger Standort mit dem Umbau des Werksgeländes zu einer betriebseigenen Akademie für den geordneten Rückzug begonnen. Nach der Ankündigung, die Hälfte der Stellen zu streichen, absolvieren die verbleibenden Beschäftigten dort künftig täglich mehrstündige Übungen im Verlassen des Werksgeländes.
Die neue Einrichtung trägt den Namen «Zentrum für planmäßige Abwesenheit» und verfügt über nachgebaute Werkstore, simulierte Schichtwechsel und eine eigene Zeitmessanlage. Wer den Weg vom Montageband bis zum Parkplatz nicht innerhalb der vorgegebenen Taktzeit zurücklegt, muss die Übung wiederholen. Ein Sprecher erklärte, man wolle den angekündigten Stellenabbau «nicht nur verwalten, sondern beherrschen».
Die Nachfrage ist so groß, dass Bosch zusätzliche Hallen anmietet und das Programm auf die Standorte in Bamberg und Ansbach ausweitet. Die Stadt Nürnberg hat bereits Buslinien verlängert, weil ganze Abteilungen geschlossen zu den Übungsflächen fahren. In den umliegenden Betrieben gilt der Nürnberger Lehrgang inzwischen als Pflichttermin für Führungskräfte.
Für das kommende Frühjahr plant das Unternehmen eine öffentliche Meisterschaft im geordneten Rückzug, zu der alle deutschen Zulieferer antreten sollen. Die Siegerurkunde wird am Band ausgehängt, dort, wo früher die Bauteile lagen.
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