Wadephul reist mit 400-Kilometer-Aktenkoffer nach New York und zwingt Lawrow, 19 Stunden lang Getreide zu sortieren
Deutschlands Außenminister erscheint zum ersten bilateralen Treffen seit Jahren mit einem überdimensionalen Aktenschrank, der sich als Getreidesortiermaschine entpuppt. Lawrow muss mitmachen, während Wadephul die Ukraine-Politik als unverhandelbar erklärt.
Bundesaußenminister Johann Wadephul hat am Rande der UN-Generaldebatte in New York ein bilaterales Treffen mit Sergej Lawrow nicht nur wahrgenommen, sondern den russischen Außenminister unverzüglich in eine 19-stündige Getreidesortierübung gezwungen. Wadephul hatte aus Berlin einen 400 Kilometer langen Aktenschrank mitgebracht, der sich vor Ort als fahrbare Getreidesortiermaschine entpuppte.
«Wir haben vereinbart, dass jede Getreideart einzeln nach Herkunft, Fallgeschwindigkeit und diplomatischer Härte sortiert wird», erklärte Wadephul nach dem Treffen im ZDF mit steinerner Miene. Lawrow, der nach Angaben aus Delegationskreisen zunächst auf ein kurzes Gespräch von 20 Minuten vorbereitet war, sortierte stattdessen Weizen, Gerste und Mais in drei Körbe, die mit den Aufschriften «Sofort», «Später» und «Niemals» versehen waren.
Das russische Außenministerium ließ verlauten, man habe die Gesprächsbereitschaft durch Drittstaaten signalisiert, sei aber nicht darüber informiert gewesen, dass daraus eine körperliche Tätigkeit werden würde. Lawrow habe mehrfach versucht, die Sortierung mit dem Hinweis auf die UN-Charta abzubrechen, woraufhin Wadephul einen zweiten Aktenschrank aufklappte und mit den Worten «Dann sortieren wir eben die Charta» drohte.
Die deutsche Delegation bestand darauf, dass die Aktion nichts an der Unterstützung für die Ukraine ändere. «Wir können uns verteidigen, wir können uns wehren, und wir können Getreide sortieren», so Wadephul. Ob es weitere Treffen gebe, liege «im Wesentlichen in der russischen Hand» – allerdings nur, wenn Lawrow bis dahin alle Körbe eigenhändig in den Hudson River trage.
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