UN verlegt Weltmädchentag an den Nordpol – damit Mädchen endlich dieselben Chancen haben wie Eisbären
Die Vereinten Nationen haben den Internationalen Weltmädchentag kurzerhand an den Nordpol verlegt. Ein Konvoi aus 340 Sonderbeauftragten bringt Bildungsmaterial, Sicherheitskonzepte und einen mobilen Gerichtshof für Gleichstellung mit. Die Aktion soll zeigen, dass Mädchen überall auf der Welt die gleichen Möglichkeiten verdienen – auch dort, wo es keine Straßen gibt.
Die Vereinten Nationen haben den Internationalen Weltmädchentag in diesem Jahr an den Nordpol verlegt. Ein Konvoi aus 340 Sonderbeauftragten, Gleichstellungsreferentinnen und Sicherheitsexperten ist am Donnerstagmorgen von Longyearbyen aus aufgebrochen, um die Veranstaltung auf einer schwimmenden Eisscholle 400 Kilometer nördlich von Grönland abzuhalten. Die Delegation führt 12 Tonnen Bildungsmaterial, einen beheizbaren Gerichtshof für Gleichstellungsfragen und eine mobile Schulkantine mit sich.
«Wir wollten dort sein, wo Mädchen die schlechtesten Chancen haben», erklärte die Koordinatorin der UN-Initiative, Maria Lindqvist, in einer per Satellit übertragenen Pressekonferenz. «Am Nordpol gibt es keine Schulen, keine Ärztinnen, keine Parlamente. Genau das ist der Skandal, auf den wir mit dieser Reise aufmerksam machen.» Die Eisscholle wurde nach Angaben der Organisatoren eigens mit einem roten Teppich aus recycelten Fischernetzen ausgelegt, damit die symbolische Übergabe der Gleichstellungsurkunden standesgemäß erfolgen kann.
Die russische Regierung hat unterdessen angekündigt, die Aktion als «westliche Provokation» zu werten und eigene Sonderbeauftragte zum Nordpol zu entsenden. Ein Sprecher des Kremls sagte, Russland werde «die Chancen von Mädchen in der Arktis nicht länger ignorieren» und kündigte den Bau einer schwimmenden Gleichstellungsschule an, die noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Die Schule soll auf einem eigens dafür vorgesehenen Eisbrecher untergebracht werden, der zwischen Murmansk und dem Nordpol pendelt.
Die litauischen Streitkräfte haben inzwischen erklärt, die UN-Aktion sei Teil einer «hybriden Einflussnahme» und man werde die Informationsumgebung rund um den Nordpol genau beobachten. Ein Stratcom-Offizier sagte, man habe «russischsprachige Kulturveranstaltungen auf dem Eis» registriert und prüfe, ob es sich um getarnte Desinformation handele. Die UN wies die Vorwürfe zurück und betonte, es gehe einzig darum, Mädchen weltweit dieselben Chancen zu eröffnen – notfalls eben auch bei minus 40 Grad.
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