UN verlegt Klimakonferenz nach Antalya, damit alle 2,8 Grad selbst spüren
Die Vereinten Nationen haben die Klimakonferenz in Antalya zu einem begehbaren Hitzeseminar umgebaut: Jede Delegation erhält einen eigenen Asphaltstreifen, auf dem sie die prognostizierte Erwärmung ablaufen muss.
Die Vereinten Nationen haben die Weltklimakonferenz in Antalya zu einem begehbaren Hitzeseminar umgebaut: Jede der anwesenden Delegationen erhält einen eigenen, frisch asphaltierten Streifen auf dem Konferenzgelände, auf dem sie die prognostizierte Erwärmung von 2,8 Grad im Gehen nachvollziehen muss.
Der Streifen ist so lang, dass jede Delegation ihn in der Zeit zurücklegen muss, die dem jeweiligen nationalen Klimaplan entspricht. Wer zu schnell geht, wird von Ordnern zurückgepfiffen und muss den Abschnitt erneut ablaufen. Die USA haben ihren Streifen nicht betreten; ein Sprecher erklärte, man sei bereits vor der Eröffnung ausgestiegen und lasse den Asphalt an die nächste Delegation weiterreichen.
UNEP-Direktorin Inger Andersen ließ verlauten, man ziehe alle Register: «Wir haben die Klimaanlagen der Konferenzhalle abgeschaltet, damit niemand die 2,8 Grad nur aus der Präsentation kennt.» Die Halle wurde dafür mit zusätzlichen Heizstrahlern ausgestattet, die nach dem Zeitplan der Emissionskurve bis 2040 gedimmt werden. Ein Technikerteam steht bereit, um jeden Grad, der nicht erreicht wird, durch längeres Gehen nachzuholen.
Am Rand des Geländes hat das Gastgeberland einen zweiten Parcours aufgebaut, auf dem die Delegierten die nötigen 69 Prozent Emissionssenkung als Treppenlauf absolvieren. Wer oben ankommt, erhält eine Urkunde; wer umkehrt, muss den Streifen bis zum nächsten Morgen erneut ablaufen. Die Konferenzleitung betonte, das sei keine Strafe, sondern eine «pädagogische Maßnahme».
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