Ukraine baut aus zwölf Patriot-Raketen monatlich ein Mahnmal der Zuverlässigkeit
Kiew errichtet auf dem Unabhängigkeitsplatz einen stählernen Turm aus den monatlich gelieferten Patriot-Raketen und lässt ihn rund um die Uhr von einer Ehrenwache bewachen, während Washington die Lieferung als «Softwareproblem» bezeichnet.
Kiew hat auf dem Unabhängigkeitsplatz mit dem Aufbau eines stählernen Mahnmals begonnen, das ausschließlich aus den monatlich eintreffenden Patriot-Abfangraketen besteht. Die ersten zwölf Exemplare wurden am Montagmorgen unter Glockengeläut in eine vorbereitete Halterung gesetzt, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums jede weitere Lieferung aufnehmen kann.
Die Zeremonie dauert an. Ein Sprecher des Präsidialamts erklärte, man werde die Raketen so lange aufschichten, bis die USA die bereits bezahlte Menge vollständig freigegeben hätten. «Wir bauen nicht, wir dokumentieren», sagte er vor Journalisten. Eine Ehrenwache aus Luftwaffensoldaten steht bereit, um jede neu eintreffende Rakete persönlich in Empfang zu nehmen und zum Platz zu tragen.
US-Außenminister Marco Rubio wies unterdessen jeden Vorwurf einer Unterbrechung zurück und sprach von einem «Softwareproblem» in der Nacht. Die ukrainische Luftwaffe bestätigte später, dass vor der ersten Angriffswelle keine rechtzeitige Warnung erfolgt sei. In Kiew wertet man dies als Bestätigung des Bauplans: Die Halterung wurde am Nachmittag um zwei weitere Etagen erhöht.
Bürgermeister Vitali Klitschko kündigte an, die U-Bahn-Station auf dem linken Flussufer, die bei dem Angriff beschädigt wurde, bis zur nächsten Lieferung instand zu setzen und den Zugang zum Mahnmal als offiziellen Umsteigeweg auszuweisen. Die Stadtverwaltung rechnet mit täglichen Besuchergruppen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj ließ mitteilen, er werde die zwölf Raketen pro Monat persönlich in Empfang nehmen, sollte die Lieferung erneut ausbleiben. Das Präsidialamt bestätigte am Abend, dass die Halterung bereits für die nächsten Jahre ausgelegt sei.
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