Trump ordnet an: Ukraine darf nur noch Raffinerien angreifen, die keinen Diesel für den Weltmarkt produzieren – Selenskyj lässt prüfen, welche das sind
Nach dem Dieselpreis-Schock in den USA verlangt Trump von Kiew, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Die Ukraine prüft nun, welche Anlagen übrig bleiben – und lädt zur Besichtigung.
US-Präsident Donald Trump hat von der Ukraine verlangt, sämtliche Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, die Diesel für den Export produzieren. Selenskyj könne «andere Ziele» angreifen, sagte Trump bei seinem Irland-Besuch, aber keine Anlagen, «weil er eine Dieselknappheit verursacht». Die Ukraine hat daraufhin eine Sonderkommission eingesetzt, die prüfen soll, welche russischen Raffinerien ausschließlich Treibstoff für den Eigenbedarf der russischen Armee herstellen – diese dürfen weiterhin angegriffen werden.
Die Kommission unter Leitung eines stellvertretenden Infrastrukturministers reist seit Montag mit einem mobilen Labor durch das Grenzgebiet und nimmt Proben. «Wir unterscheiden künftig zwischen Raffinerien, die den Weltmarkt beliefern, und solchen, die nur die russische Armee betanken», erklärte ein Mitglied. «Erstere lassen wir stehen, letztere fliegen in die Luft.» Die russische Seite hat angekündigt, zur Unterscheidung beizutragen, indem sie alle Exportanlagen mit großen Schildern kennzeichnet.
In Washington begrüßte Trump die Einigung. «Wir haben jetzt klare Regeln», sagte er. «Die Ukraine greift nur noch die Raffinerien an, die uns nicht schaden.» Der Dieselpreis in den USA lag zuletzt erstmals über sechs Dollar pro Gallone. Trump bestritt erneut, dass der Iran-Krieg dafür verantwortlich sei: «Das kommt nicht aus dem Nahen Osten. Das ist eine Folge dessen, was mit Russland und der Ukraine passiert.»
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, man werde die als «nicht exportrelevant» eingestuften Anlagen künftig selbst in Brand setzen, um der Ukraine zuvorzukommen. Die erste Lieferung neuer Schilder ist unterwegs.