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Thüringer Landtag verlegt Plenarsaal in Umkleidekabine, damit Fraktionswechsel wie Spielerwechsel wirken

Nach der Auflösung der BSW-Fraktion und der Neugründung von „Thüringen.Gerecht“ zieht der Landtag in eine Sporthalle um. Zehn Abgeordnete trainieren nun für die Vertrauensfrage, während die alte Fraktion ihre Büros in Trikottausch-Räume verwandelt.

Erfurt – Der Thüringer Landtag hat seine Arbeit mit sofortiger Wirkung in die Umkleidekabine der Erfurter Messehalle verlegt, um den jüngsten Fraktionswechsel angemessen zu würdigen. „Wir wollen, dass politische Neuanfänge künftig wie ein Spielerwechsel wirken: mit Trikottausch, Einlaufmusik und einer Auswechslungstafel für Abweichler“, verkündete Landtagspräsident Thadäus König vor den versammelten Abgeordneten, die bereits in Sportkleidung erschienen waren.

Die zehn Abgeordneten der neuen Fraktion „Thüringen.Gerecht“ um Vize-Ministerpräsidentin Katja Wolf absolvieren seither ein tägliches Aufwärmprogramm aus Vertrauensfrage-Kniebeugen und Misstrauensvotum-Sprints. „Die Kabine ist ideal, weil hier jeder sehen kann, wer mit wem duscht“, erläuterte Fraktionschefin Sigrid Hupach und wies auf eine Taktiktafel, auf der die verbliebenen Koalitionspartner CDU und SPD als Stammformation eingezeichnet sind. Die zwei Abgeordneten, die der Wagenknecht-Partei treu blieben, müssen als „Bankdrücker“ auf Holzbänken hinter einer Absperrung Platz nehmen.

Die 22 Mitarbeiter der liquidierten BSW-Fraktion wurden umgeschult und verteilen nun Handtücher mit dem Aufdruck „Thüringen.Gerecht“, während die ehemaligen Fraktionsbüros in Massageräume umgewandelt wurden. Für die kommende Woche ist ein Testspiel gegen die Landesregierung angesetzt, bei dem Ministerpräsident Mario Voigt als Schiedsrichter fungiert. „Erst wenn wir die Vertrauensfrage im Elfmeterschießen gewonnen haben, kehren wir ins Parlamentsgebäude zurück“, so Hupach, „frühestens aber nach der Winterpause.“

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