Sächsische Landschaftsgärtner bauen chinesischen Garten in Schanghai in 22 Stunden nach – und müssen dabei auf ihr eigenes Werkzeug verzichten
Zwei Landschaftsgärtner aus Sachsen vertreten Deutschland bei der Berufe-WM in Schanghai. Sie müssen einen chinesischen Garten in 22 Stunden errichten – ohne eigenes Werkzeug, dafür mit einer eigens gebrauten Gurke-Zitrone-Limonade.
Zwei Landschaftsgärtner aus Sachsen werden bei der Berufe-WM in Schanghai einen vollständigen chinesischen Garten errichten – in 22 Stunden, ohne eigenes Werkzeug und ohne vorher zu wissen, wie die Aufgabe lautet. Lennard Weitzmann und Marc-Aurel Spalek haben sich nach Angaben des deutschen WM-Teams verpflichtet, die gesamte Anlage inklusive gewundener Wege, Mond-Toren und spiegelnder Wasserflächen termingerecht fertigzustellen.
Die Vorbereitung hat inzwischen das Ausmaß einer staatlichen Infrastrukturmaßnahme angenommen. In der Chemnitzer Ausbildungsfirma von Wirth & Wiener wurde ein Übungsgelände eingerichtet, auf dem die beiden seit Wochen täglich chinesische Gartenkunst in Miniaturform nachbauen. Ein regionaler Getränkehersteller braute eigens eine Limonade in der Geschmacksrichtung Gurke-Zitrone, der Landtag von Sachsen steuerte 1.500 Euro bei, insgesamt kamen bislang 7.000 Euro zusammen. Die Bundestrainer haben für die Generalprobe exakt 22 Stunden angesetzt – genauso viel Zeit, wie in Schanghai zur Verfügung steht.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Wettkämpfer erstmals in der Geschichte der WorldSkills kein eigenes Werkzeug verwenden dürfen. Sämtliche Geräte werden vom Veranstalter gestellt, um Chancengleichheit zu garantieren. Die beiden Sachsen sehen darin kein Hindernis, sondern eine zusätzliche Disziplin: Sie trainieren nach Angaben ihres Trainers Georg Kahsnitz, mit fremdem Gerät genauso präzise zu arbeiten wie mit vertrautem. Fehler könne man sich hier keine leisten, dazu fehle die Zeit.
In Schanghai treten zwanzig Zweierteams aus zwanzig Ländern gegeneinander an. Die deutsche Mannschaft reist mit 36 Vertretern in 31 Disziplinen an. Die Wettbewerbsaufgabe wird erst am 22. September vorgestellt, einen Tag vor Beginn. Bis dahin bleibt den beiden Sachsen nur, weiter YouTube-Videos zu studieren und Bücher über chinesische Gärten zu wälzen.