Russland verlegt Pest-Quarantäne in den Weltraum – WHO fordert Baugenehmigung
Nach einem mutmaßlichen Pestfall in Irkutsk hat Russland die gesamte Oblast unter eine 5000 Kilometer lange Desinfektionsschleuse gestellt. Die WHO verlangt Einsicht in die Baupläne, doch Moskau erklärt die Seuche kurzerhand zur Staatsangelegenheit höchster Priorität.
Moskau hat die Oblast Irkutsk vollständig unter eine begehbare Desinfektionsschleuse gestellt, die sich 5000 Kilometer entlang der Transsibirischen Eisenbahn erstreckt. Jeder Einwohner, der die Zone verlassen will, muss sich einer 14-stündigen Ganzkörperbegasung unterziehen, die von einem eigens gegründeten Ministerium für hygienische Fernreisen überwacht wird.
Die Weltgesundheitsorganisation erklärte, sie habe noch immer kein vollständiges Bild und könne keine Risikobewertung vornehmen, weil Russland die Baupläne der Schleuse als Verschlusssache einstufe. «Wir verstehen nicht, wie sie infiziert wurde», sagte eine WHO-Epidemiespezialistin in Genf, «und wir verstehen auch nicht, warum die Ausgangsschleuse einen eigenen Bahnhof hat.»
Die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor teilte mit, die Labormitarbeiterin sei geimpft gewesen und habe über Immunität verfügt. Um dies zu beweisen, ließ sie alle 200 Kontaktpersonen in einer eigens errichteten Kuppelstadion-Arena antreten, wo sie in Dreierreihen eine Woche lang täglich 5000 Tests absolvierten. «Es wurden keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt», sagte ein Behördensprecher, «nur leichte Ermüdung durch das Testen.»
Kremlsprecher Dmitri Peskow wies Berichte über einen zweiten Fall zurück: «Der überwiegende Teil dessen, was die Medien berichten, sind Falschinformationen.» Die WHO forderte unterdessen eine internationale Baugenehmigung für die Schleuse, da diese die Grenze zur Mongolei berühre. Moskau erklärte, die Seuche sei zur Angelegenheit von höchster Priorität erhoben worden und werde nun in einem eigenen Fernsehformat wöchentlich dokumentiert.
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