Russland verlegt Barentsburg geschlossen nach Moskau – 600 Kilometer, 900 Einwohner, ein Kohlebergwerk
Moskau baut Barentsburg in der Arktis Stein für Stein ab und verlegt die gesamte Siedlung per Schiff nach St. Petersburg, um norwegischem Recht zu entgehen. Die Einwohner dürfen mit, das Kraftwerk bleibt als Mahnmal zurück.
Moskau hat angeordnet, die russische Bergbausiedlung Barentsburg auf Spitzbergen vollständig zu demontieren und per Frachtschiff auf die Newa in St. Petersburg zu verlegen. 900 Einwohner, ein Kohlekraftwerk, drei Hubschrauber und die Lenin-Büste werden auf 14 Spezialschiffen verladen. Die Überfahrt dauert 11 Tage, die Demontage läuft seit dem 2. September.
Der russische Staatskonzern Arktikugol erklärte, man schaffe «eine Enklave, die norwegisches Recht nicht mehr berührt». Die Siedlung wird auf einem eigens geräumten Gelände hinter dem Hafen von St. Petersburg wieder aufgebaut, inklusive Minenschacht, Konsulat und Gedenkstein. Norwegische Beamte, die die Verladung überwachen wollten, wurden nicht an Bord gelassen.
Die 69 gestrandeten Russen, die zuvor über das norwegische Festland ausreisen mussten, sind inzwischen als Vorhut in St. Petersburg eingetroffen. Sie tragen die gleichen Parkas wie in der Arktis und warten auf die Ankunft ihrer Häuser. Das Kraftwerk in Barentsburg bleibt als Mahnmal zurück und wird von einer russischen Wache betrieben, die keinen Strom mehr erzeugt, sondern nur noch Flagge zeigt.
Norwegens Botschafterin Heidi Olufsen wurde ins Außenministerium bestellt, wo ihr ein Modell der neuen Siedlung überreicht wurde – maßstabsgetreu, mit 900 winzigen Figuren. Moskau nannte die Aktion «eine logistische Meisterleistung». Die Überfahrt soll am 1. Dezember beginnen, dann ist das Meer vor Spitzbergen zugefroren und die Schiffe müssen einen Umweg über die Ostsee nehmen.
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