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Nordkorea feuert Rakete, die 900 Kilometer weit fliegt und dann umkehrt, weil Kim Jong Un die Landschaft noch nicht fertig begutachtet hat

Pjöngjang startet eine ballistische Rakete, die nach 900 Kilometern wendet, um ihrem Führer die Gelegenheit zu geben, die Küstenlinie in Ruhe zu betrachten. Südkorea und Japan bestätigen den Vorfall und passen ihre Protokolle an.

PJÖNGJANG – Nordkorea hat am Donnerstag eine ballistische Rakete abgefeuert, die nach 900 Kilometern über dem Japanischen Meer wendete und zum Startpunkt zurückkehrte, weil Machthaber Kim Jong Un die Küstenlandschaft noch nicht fertig begutachtet hatte. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den Generalstab meldete, flog das Geschoss zunächst in Richtung Osten, drehte dann bei, kehrte um und landete sanft auf einer eigens errichteten Betonplatte neben dem Abschussrampenkomplex bei Pjöngjang.

Ein ranghoher Mitarbeiter der nordkoreanischen Raketenverwaltung erklärte gegenüber ausländischen Beobachtern, der Führer habe während des Fluges festgestellt, dass die Sicht auf die vorgelagerten Inseln durch tiefhängende Wolken beeinträchtigt gewesen sei. «Wir haben die Flugbahn so programmiert, dass die Rakete nach Erreichen des Wendepunkts automatisch zurückkehrt, damit der Führer die Aussicht bei besserem Wetter erneut prüfen kann», sagte der Mitarbeiter. Die Rakete sei unbeschädigt und werde derzeit für einen weiteren Start vorbereitet.

Die südkoreanische Regierung bestätigte den Vorfall und kündigte an, ihre Radarüberwachung um eine neue Kategorie zu erweitern: «Raketen, die umkehren». Japan teilte mit, die Geschosse seien außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone niedergegangen, was diesmal auch für den Rückflug gelte. Der japanische Fernsehsender NHK berichtete, die Küstenwache habe vorsorglich alle Fischerboote angewiesen, in einem Radius von 900 Kilometern um die mutmaßliche Wendeschleife die Netze einzuholen.

In Pjöngjang begannen am Nachmittag Bauarbeiten für eine zweite Landeplattform, die näher an der Küste liegt, damit der Führer bei seinem nächsten Inspektionsflug weniger weit reisen muss. Ein Sprecher des Stadtkomitees sagte, man habe die Anwohner gebeten, ihre Dächer für den Fall freizuhalten, dass die Rakete bei starkem Seitenwind auf die Stadt zusteuere. Die Behörden betonten, es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

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