Nordkorea baut Raketenflugbahn als vierspurige Straße aus und lässt Südkorea die Maut kassieren
Pjöngjang erklärt den Abschuss über dem Ostmeer zur offiziellen Verkehrsroute. Südkorea richtet eine Krisensitzung ein, die vor allem die Wartung der Leitplanken klärt.
Pjöngjang hat den jüngsten Raketenstart nicht als Waffentest, sondern als Eröffnung einer neuen Verkehrsverbindung bezeichnet: Die Flugbahn über dem Ostmeer wird demnach zu einer vierspurigen Straße ausgebaut, auf der künftig täglich Konvois verkehren. Die erste Fahrt dauerte acht Minuten und endete planmäßig im Meer, wo eine Boje mit dem Hinweis «Ausfahrt Pjöngjang» angebracht wurde.
Das südkoreanische Präsidialamt berief daraufhin eine Krisensitzung ein, die sich nach Angaben aus Seoul fast ausschließlich mit der Frage befasste, wer die Maut kassiert. Ein Sprecher erklärte, man prüfe eine gemeinsame Betreibergesellschaft und habe bereits Schilder mit der Aufschrift «Mautstelle Ostmeer» drucken lassen. Die Sicherheitswarnstufe wurde erhöht, damit die Leitplanken nicht beschädigt werden.
In Wonsan begannen Bautrupps, die Startrampe mit einem Kreisverkehr zu verbinden. Anwohner berichten, dass täglich Lastwagen mit Asphalt anreisen und dass ein Parkhaus für die Fahrzeuge der Grenzbeamten errichtet wird. Die Regierung in Seoul kündigte an, die Straße bis zum Herbst mit Laternen auszustatten, damit die Konvois auch nachts fahren können.
Die Opposition kritisierte den Kurs als zu nachgiebig und forderte, die Mautgebühren zu verdoppeln. Ein Abgeordneter sagte, man dürfe sich nicht von Pjöngjang die Preise diktieren lassen. Die USA und Japan erklärten, sie wollten die Straße zunächst beobachten, bevor sie sich an den Baukosten beteiligen.