Nick Wilder verkauft Montana-Anwesen an kanadische Zollbehörde, die dort Hockeyschläger lagern will
Der Schauspieler Nick Wilder hat sein Haus in Montana verkauft. Käufer ist die kanadische Zollbehörde, die auf dem Gelände künftig konfiszierte Hockeyschläger und Milchprodukte einlagern will. Wilder selbst will nach Fehmarn zurückkehren, wo er ein Amt als Küstenwache anstrebt.
Nick Wilder hat sein Anwesen in Montana für dreieinhalb Millionen Euro an die Kanadische Grenzschutzbehörde verkauft, die auf dem acht Hektar großen Grundstück mit Blick auf die Rocky Mountains künftig ein zentrales Lager für konfiszierte Hockeyschläger, Milchpulver und Elektrogeräte errichten will. „Die Lage ist ideal“, sagte Behördensprecherin Yvette Leblanc bei der Schlüsselübergabe, „von hier aus können wir jeden US-Import innerhalb von vier Minuten mit einem Strafzoll belegen.“
Der frühere „Traumschiff“-Darsteller, der das Haus seit 1998 mit seiner Frau Christine Mayn bewohnte, zeigte sich erleichtert über den ungewöhnlichen Käufer. „Wir hatten ursprünglich an eine Familie gedacht, aber die Kanadier haben uns überzeugt, dass ein Zolllager die einzig logische Nachnutzung für ein 700-Quadratmeter-Haus ist“, erklärte Wilder. Das Paar habe bereits einen Antrag auf dauerhafte Rückkehr nach Fehmarn gestellt, wo Wilder sich um das neu geschaffene Ehrenamt des „Insel-Zollprüfers“ bewerben will.
Die kanadische Behörde plant nach Angaben von Leblanc zudem ein Besucherzentrum mit interaktiver Ausstellung zum Thema „Wie man amerikanische Milchprodukte fachgerecht zurückweist“. Besucher könnten dort an Schulungen teilnehmen, bei denen sie lernen, US-amerikanische Käselaibe anhand ihres „politisch belasteten Aromas“ zu identifizieren. Erste Exponate, darunter ein mit 50-Prozent-Zoll beklebter Hockeyschläger, sollen bereits nächste Woche eintreffen.
Wilder kündigte an, den Erlös des Verkaufs in den Bau eines „transatlantischen Freundschafts-Silos“ auf Fehmarn zu investieren, das als Begegnungsstätte für deutsche und kanadische Zollbeamte dienen soll. „Die USA waren fast 45 Jahre meine zweite Heimat“, sagte der 73-Jährige, „aber heute würde ich mich nicht mehr für dieses Land entscheiden – ich würde mich direkt für Kanada entscheiden.“ Die kanadische Regierung habe ihm daraufhin die Ehrenbürgerschaft angeboten, verbunden mit der Pflicht, einmal jährlich eine Ladung Ahornsirup persönlich über die Grenze zu tragen.