Netanjahu reist mit 14 Koffern voller Redezeit an, UN-Generalversammlung verlängert auf unbestimmte Zeit
Israels Ministerpräsident bringt so viel Redezeit mit, dass die UN-Woche auf unbestimmte Zeit verlängert wird. New Yorks Bürgermeister Mamdani ruft derweil zum Dauerprotest auf, und die palästinensische Delegation übt das kollektive Verlassen des Saals.
New York – Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist am Montag mit vierzehn Koffern voller Redezeit in New York gelandet und hat damit die Generalversammlung der Vereinten Nationen gezwungen, ihren Zeitplan auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Die UN-Verwaltung ließ am Abend mitteilen, die diesjährige Generaldebatte werde «bis zur vollständigen Erschöpfung der angemeldeten Redezeit» fortgesetzt.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani reagierte noch am Flughafen und rief zu einem Dauerprotest auf, der nach seinen Worten «so lange dauert wie die Rede». Tausende New Yorker stellten Klappstühle entlang der First Avenue auf und brachten Thermoskannen mit. Die palästinensische Delegation begann unterdessen, das kollektive Verlassen des Sitzungssaals zu proben – nach Angaben eines Sprechers «in mehreren Durchgängen, damit es beim entscheidenden Mal sitzt».
Israels UN-Botschafter Danny Danon erklärte, die Drohungen des Bürgermeisters hätten es «unmöglich gemacht, nicht zu kommen». Netanjahu selbst kündigte an, er werde «die Wahrheit» sagen, und zwar «so ausführlich, dass die Übersetzer Schichten einteilen müssen». Die israelische Regierung bestellte zusätzliche Dolmetscher und ließ am Flughafen Newark eine zweite Ankunftshalle für die Rückreise reservieren.
UN-Mitarbeiter berichteten, die Klimaanlage des Plenarsaals laufe bereits im Notbetrieb. Mehrere Delegationen hätten begonnen, ihre Sitze mit Decken zu reservieren. Der Vorsitzende der Generalversammlung ließ ausrichten, man werde die Sitzung «würdig und ohne Unterbrechung» fortsetzen, bis das letzte Wort gesprochen sei.
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