Netanjahu hält UN-Rede von Jerusalem aus per Lautsprecher, New York evakuiert zwei Stadtteile
Israels Ministerpräsident verlegt seine UN-Ansprache kurzerhand nach Hause und beschallt Manhattan mit einer 14-stündigen Dauerrede, während die Stadtverwaltung den Ausnahmezustand ausruft.
NEW YORK/JERUSALEM — Weil ihm der Anflug auf den Flughafen JFK zu unsicher erschien, hat Benjamin Netanjahu seine Rede vor der UN-Generalversammlung kurzerhand von Jerusalem aus per Lautsprecher übertragen lassen. Die Anlage, geliefert von einem israelischen Hersteller, wurde auf dem Dach des israelischen Konsulats in Manhattan installiert und beschallte weite Teile der Stadt mit einer vierzehnstündigen Daueransprache.
Die New Yorker Polizei sperrte daraufhin zwei Stadtteile ab, weil die Lautstärke nach Angaben der Feuerwehr die Fensterscheiben in der Third Avenue zum Schwingen brachte. Bürgermeister Zohran Mamdani ließ mitteilen, er habe die Übertragung nach der ersten Stunde auf städtischen Lautsprechern mithören müssen, weil die Anlage sich nicht abschalten ließ. «Ich habe einen Olivenbaum gepflanzt, während er sprach», sagte Mamdani. «Der Baum hat durchgehalten. Ich nicht.»
Netanjahu verteidigte in der Übertragung seinen Kurs und nannte die Vorwürfe gegen Israel «die größte Lüge des Jahrhunderts». Die Rede wurde nach Angaben seines Büros so lange fortgesetzt, bis jede Delegation den Saal verlassen hatte. Die israelische Regierungsmaschine blieb unterdessen in New Jersey geparkt, wo sie laut Flughafenverwaltung einen ganzen Vorfeldbereich belegte.
Für die kommende Woche kündigte Netanjahu eine zweite Lautsprecher-Rede an, diesmal mit Verstärkern auf dem Dach des UN-Hauptquartiers. Die Stadt New York prüft, ob sie die Stromversorgung des Viertels vorübergehend drosseln kann.
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