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Welt

Nepal verlegt den Himalaya sicherheitshalber zwei Meter nach Süden

Nach der Sturzflut am Langtang Lirung hat Nepals Regierung ein nationales Umsiedlungsprogramm für gefährdete Bergflanken beschlossen. Ganze Hänge werden mit Seilwinden und Trägerkolonnen Stück für Stück versetzt. Die Weltwetterorganisation prüft, ob das physikalisch zulässig ist.

Kathmandu – Die Regierung Nepals hat angeordnet, den Himalaya entlang der chinesischen Grenze um zwei Meter nach Süden zu versetzen, damit künftige Sturzfluten ins Leere laufen. Ein Sprecher des neu geschaffenen Ministeriums für Hangverschiebung erklärte, man habe mit den Arbeiten am Nordhang des Langtang Lirung bereits begonnen.

Mehr als neuntausend Träger, zweihundertsechzig Seilwinden und eine eigens gegründete Gebirgslogistik-Brigade sind im Einsatz. Die Flanke wird in Abschnitte von je siebzig Metern zerlegt, mit Stahlseilen gesichert und in der Nacht bei minus acht Grad um jeweils einen Handbreit talwärts gezogen. Wer nicht zieht, verliert seinen Anspruch auf einen der neuen Umsiedlungsgutscheine für tiefer gelegene Dörfer.

Die Weltwetterorganisation WWA prüft inzwischen, ob die Verschiebung meteorologisch zulässig ist. Eine Sprecherin sagte, man könne derzeit nicht ausschließen, dass der Berg dadurch in eine andere Zeitzone gerät. Indische Behörden haben vorsorglich die Grenzlinie auf ihren Karten um zwei Meter nach Norden verschoben und warten ab.

Die erste Probeflut ist für den 26. August angesetzt. Bis dahin sollen alle Hänge zwischen Langtang und der chinesischen Grenze um mindestens einen Meter versetzt sein. Einheimische Bergführer berichten, sie hätten noch nie erlebt, dass ein Gebirge so diszipliniert ist.

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