Nato baut Schwarzmeer-Überwachung zum Dauerkino aus: Aufklärer kreist künftig in Sichtweite jedes Frachters
Nach Drohnenangriffen auf Handelsschiffe vor Bulgarien und Rumänien weitet die Nato ihre Seefernaufklärung so massiv aus, dass die Boeing P-8A Poseidon über dem Schwarzen Meer praktisch zum ständigen Begleitflugzeug für jeden Getreidefrachter wird – mit eigenem Beobachtungsprotokoll für jedes Fischerboot.
Die Nato hat die Schwarzmeerregion zum dauerhaft überwachten Schauplatz erklärt und lässt ihre Boeing P-8A Poseidon so tief und so lange kreisen, dass Kapitäne vor der rumänischen Küste berichten, das Triebwerksgeräusch des Aufklärers sei inzwischen lauter als ihr eigenes Dieselschiff.
Nach den Drohnenangriffen auf Handelsschiffe vor Bulgarien und Rumänien ordnete das Bündnis an, jedes auslaufende Frachtschiff fortan von einem eigenen Beobachtungsflug begleiten zu lassen. Die Marineflieger staffeln ihre Maschinen so eng, dass zwischen zwei Überflügen kaum Zeit bleibt, den Kaffee nachzuschenken. Ein Nato-Sprecher erklärte in Brüssel mit unbewegter Miene, man werde «jede Welle, die verdächtig aussieht, forensisch einordnen».
Bulgariens Regierung hat unterdessen alle Hafenstädte angewiesen, die Namen ihrer Kutter künftig in Großbuchstaben auf die Dächer zu malen, damit die Aufklärer sie aus großer Höhe zweifelsfrei zuordnen können. In Warna wurden Fischer aufgefordert, ihre Netze nur noch in vom Bündnis freigegebenen Farbspektren auszubringen. Wer sich nicht daran hält, dessen Boot wird laut Hafenbehörde «freundlich, aber bestimmt» ein zweites Mal überflogen.
Verteidigungsminister Dimitar Stojanow betonte, die Poseidon habe in diesem Einsatz keine Angriffsfähigkeit – sie fliege ausschließlich, um zu schauen. Das Schauen allerdings rund um die Uhr. Geplant ist nach Angaben aus dem Ministerium, die Maschine ab kommender Woche auch nachts einzusetzen, beleuchtet von einer zweiten Poseidon, die nur die erste Poseidon beobachtet.
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