Nach zweiter erfolgloser Giftspritze: Tennessees Gefängnischef tritt zurück und lässt alle Hinrichtungsteams zu Fuß nach Arizona pilgern
Frank Strada, Chef der Gefängnisbehörde von Tennessee, erklärt nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike seinen Rücktritt und ordnet an, dass sämtliche Hinrichtungsteams künftig zu Fuß zur Schulung nach Arizona marschieren – eine Reise von über 2.000 Kilometern.
NASHVILLE – Der Chef der Gefängnisbehörde von Tennessee, Frank Strada, hat nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike nicht nur seinen Rücktritt erklärt, sondern in einer seiner letzten Amtshandlungen angeordnet, dass alle Hinrichtungsteams des Bundesstaates künftig zu Fuß zur Nachschulung nach Arizona pilgern. Die Strecke von Nashville nach Florence beträgt rund 2.100 Kilometer. Strada begründete die Maßnahme damit, dass «die Venen der Kandidaten offenbar erst nach ausgiebiger Bewegung ausreichend hervortreten».
Die erste Gruppe aus zwölf Mitarbeitern ist am Donnerstagmorgen aufgebrochen. Sie tragen orangefarbene Westen mit der Aufschrift «IV-Team Tennessee» und führen eine Trage mit sich, auf der ein Übungskissen aus Silikon liegt. Geplant sind 28 Tagesetappen. In Arizona sollen sie unter Anleitung ehemaliger Kollegen aus dem dortigen Strafvollzug das Legen von Zugängen an lebensgroßen Puppen trainieren. Ein Sprecher der Behörde erklärte, man habe «aus den vergangenen sechs Vorfällen gelernt, dass der Weg das Ziel ist».
Gouverneur Bill Lee, der die beiden noch ausstehenden Hinrichtungen des Jahres ausgesetzt hat, zeigte sich zufrieden: «Ich schätze, dass Frank in diesem schwierigen Moment die Interessen der Menschen von Tennessee an erste Stelle setzt – indem er sie zu Fuß durch das Land schickt.» Die unabhängige Untersuchung der Vorfälle soll währenddessen ebenfalls zu Fuß durchgeführt werden; die Prüfer starten nächste Woche in Memphis.
In Florence hat man bereits mit dem Bau eines Zeltlagers für die ankommenden Teams begonnen. Die örtliche Feuerwehr stellte 40 Feldbetten bereit. Ein Beamter vor Ort sagte, man rechne «fest mit weiteren Gruppen aus Tennessee, sobald die erste den Mississippi überquert hat».
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