Nach Rucksack-Fehlalarm lässt Brasília den Platz der drei Gewalten komplett einzäunen – mit Sichtschutz, damit niemand mehr über Absperrungen klettern kann
Nach dem Bombenverdacht vor dem Obersten Gerichtshof riegelt Brasília den Praça dos Três Poderes mit einem meterhohen Zaun ab. Die Regierung nennt es «vorbeugende Stadtmöblierung».
Nach dem Bombenverdacht vor dem Obersten Gerichtshof hat Brasília den gesamten Praça dos Três Poderes einzäunen lassen – einen Zaun, der so hoch ist, dass niemand mehr einen Rucksack auf ein Bushaltestellendach werfen kann. Die Regierung nennt die Maßnahme «vorbeugende Stadtmöblierung».
Der Zaun verläuft nicht nur um das Gericht, sondern um Präsidentenpalast, Parlament und alle Zufahrtsstraßen. Wer den Platz betreten will, muss künftig durch einen einzigen Eingang, an dem Beamte der Militärpolizei jeden Rucksack öffnen und den Inhalt auf einem Tisch ausbreiten. Die Prüfung dauert nach Angaben des Gerichts «so lange, wie es dauert».
Ein Sprecher der Militärpolizei erklärte, der Zaun sei «kein Misstrauen gegenüber der Bevölkerung, sondern eine Einladung, langsamer zu gehen». An den Gitterstäben sind Schilder angebracht, die auf Portugiesisch und Englisch darauf hinweisen, dass das Werfen von Gepäckstücken auf Dächer «ab sofort als Bauantrag gewertet» werde.
Die Stadtverwaltung hat außerdem angekündigt, die Bushaltestelle vor dem Gerichtshof abzureißen und durch eine Wartehalle ohne Dach zu ersetzen. «Ein Dach ist eine Einladung», sagte ein Stadtplaner. Die neue Halle besteht aus einer Bank und einem Schild.
Für die Präsidentschaftswahl am Sonntag gelten die Zäune als «vorläufig dauerhaft». Beobachter rechnen damit, dass der Platz nach der Wahl in «Platz der drei Gewalten und eines Zauns» umbenannt wird.
3