Moldau erklärt jeden Donnerstag zum nationalen Drohnen-Gedenktag
Nach russischen Luftraumverletzungen führt Chișinău einen wöchentlichen Feiertag ein, an dem die gesamte Bevölkerung gleichzeitig in den Himmel blickt.
CHIȘINĂU — Die moldauische Regierung hat mit sofortiger Wirkung jeden Donnerstag um 14 Uhr zum nationalen «Tag des aufmerksamen Himmels» erklärt. Zu diesem Zeitpunkt müssen alle Bürgerinnen und Bürger für exakt vier Minuten nach oben schauen, während die Luftwaffe des Landes mit zwölf einsatzbereiten Flugzeugen über die Hauptstadt kreist.
Präsidentin Maia Sandu begründete die Maßnahme damit, dass die Bevölkerung nun selbst Teil der Luftraumüberwachung werde. «Wer den Himmel sieht, sieht auch, was nicht dorthin gehört», sagte sie vor Journalisten. Die Regierung ließ in allen 32 Bezirken Beobachtungstürme aus Holz errichten, die von Freiwilligen rund um die Uhr besetzt werden. In Chișinău wurde zusätzlich ein 40 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Regierungsgebäude errichtet, dessen Spitze mit einem Fernglas bestückt ist, das von einem Beamten im Schichtbetrieb bedient wird.
Die Maßnahme hat den Alltag bereits umgekrempelt. Schulen verlegen den Unterricht auf die Dächer, Bauern stellen ihre Traktoren um 13:50 Uhr ab, und die staatliche Eisenbahn hat alle Abfahrten auf 14:10 Uhr verschoben. Wer während der vier Minuten nicht nach oben blickt, muss am nächsten Donnerstag zwei Schichten übernehmen. Das Verteidigungsministerium meldet, dass sich seit Einführung bereits über 200.000 Bürger freiwillig für die Turmwachen gemeldet haben.
Kritik kommt von der Opposition, die von einer «Ablenkung von den eigentlichen Schutzmaßnahmen» spricht. Die Regierung wies dies zurück und kündigte an, den Gedenktag ab November auf zwei Tage pro Woche auszuweiten. Der erste Donnerstag verlief nach Angaben aus Chișinău ohne Zwischenfälle.
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