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Merz lässt in Leuna 3.000 Wahlplakate aufstellen, die nur er selbst sehen darf

Kanzler Friedrich Merz kämpft im sächsischen Wahlkampf um Stimmen, ohne einen einzigen Wähler zu treffen. Stattdessen lässt er im Chemiepark Leuna eine abgeschirmte Wahlkampfarena errichten, in der er vor leeren Stuhlreihen zu sich selbst spricht.

Kanzler Friedrich Merz hat seinen Wahlkampfbesuch im Chemiepark Leuna zu einer beispiellosen Abschottungsübung ausgebaut: Rund um das Werksgelände ließ er eine drei Kilometer lange, vier Meter hohe Sichtschutzwand aus Wahlplakaten errichten, die ausschließlich er selbst und sein Begleitstab zu Gesicht bekommen. Die Plakate zeigen den Kanzler in zehn verschiedenen Posen, jede mit der Aufschrift «Sachsen-Anhalt verdient einen, der anpackt».

Vor der Wand sprach Merz am Dienstag zu 1.200 leeren Klappstühlen, die in Reih und Glied aufgestellt waren. «Ich weiß, dass Sie alle hier sind, auch wenn ich Sie nicht sehen kann», rief er in die Stille, während Sicherheitskräfte mit Ferngläsern den Horizont nach unangemeldeten Bürgern absuchten. Ein Sprecher der CDU Sachsen-Anhalt erklärte, man habe die maximale Distanz zur Wählerschaft bewusst gewählt, um «jegliche Ablenkung vom Kernbotschaften-Programm» zu vermeiden.

Die Aktion hat Folgen für die gesamte Region: Die Stadt Leuna meldete einen Ansturm von Plakatklebern, die aus ganz Deutschland anreisten, um die Wand in Rekordzeit zu tapezieren. Inzwischen wurde die Sperrzone auf den angrenzenden Autobahnabschnitt der A9 ausgeweitet, wo Merz am Mittwoch eine zweite Ansprache vor einem leeren Feld halten will. Die Polizei riegelte die Zufahrten ab, nachdem sich drei Rentner mit Campingstühlen näherten, um den Kanzler zu sehen. «Wir haben sie höflich gebeten, sich zu entfernen», sagte ein Einsatzleiter, «der Kanzler wünscht ungestörten Wahlkampf.»

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